Slavior - Slavior - Cover
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Slavior Slavior


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Mitglieder von Slavior sind allesamt keine unbeschriebenen Blätter im Musikkosmos. Sänger Gregg Analla war früher bei Roy Z und seiner Rocktruppe Tribe Of Gypsies unterwegs, Gitarrist, Keyboarder und Bassist Wayne Findlay tanzte bereits auf mehreren Hochzeiten (angesichts seiner dreigeteilten, musikalischen Ausrichtung auch keine Verwunderung) wie unter anderem bei der McAuley Schenker Group (kurz MSG), Thin Lizzy oder Uli John Roth und Schlagzeuger Mark Zonder darf sich rühmen bei den Begründern des Progressive Metal, Fates Warning, dabei gewesen zu sein. Mit seiner neuen Band will er jedoch wie er selbst sagt „Musik für die Massen machen“ und „ja nicht zu komplex“ werden. Zwei Vorsätze, die sich sicher ohne weiteres in die Tat umsetzen lassen könnten.

Doch erstens kommt es anders und zweitens hektischer als man denkt, denn bereits „Origin“ gönnt den Protagonisten rein gar keine Verschnaufpause und gniedelt unbeirrt über seine ganzen 4 Minuten vor sich hin, dass einem schwindlig wird. „Musik für die Massen“ klingt definitiv anders. Das anschließende „Shatter“ setzt noch einen drauf und baut ein paar Spuren mehr ein um einen Tick dichter und komplexer zu wirken. Das die niemals still stehenden Instrumente mitunter ganz schön an den Nerven zerren und der eine oder andere erlösende Break zu spät oder gar nicht kommt, scheint Slavior egal zu sein. Zonder und seine Kumpanen dürften im wahrsten Sinne des Wortes Sklaven ihrer bisherigen musikalischen Laufbahn geworden zu sein und geben sich an allen Ecken und Enden Gefrickel hin, dass jedwede Struktur und Sinn für kompaktes Liedgut vermisst wird.

Ein erster Lichtblick ist „Altar“, der ein wenig gedämpfter ans Werk geht, sich jedoch im Kreis dreht. Wie schon in „Swept away“ feuert Analla danach seine Lyrics auch im Mittelteil von „Another planet“ in Stakkato aus sich heraus und erinnert nicht nur einmal bedauernswerterweise an Nu-Metal-Hanswürste wie Fred Durst (Limp Bizkit) oder Jonathan Davis (Korn). Das sukzessive „Deeper“ knallt zwar anständig in der Rhythmusabteilung doch erst nach diesem Song beruhigen sich Slavior ein wenig, denn auch hier sorgen zwei gleichzeitig ablaufende, unterschiedliche Vocal-Spuren für störende Impulse. Erst „Dove“, das im schunkelnden Reggae-Takt daherkommt, lässt die Herzfrequenz ein wenig senken und auch der Titeltrack ist ganz okay, selbst wenn eine gewisse Planlosigkeit herrscht.

Bevor „Red road“ mit seinen 6 Minuten den längsten Track stellt und zumindest als durchschnittliches Material gewertet werden darf, haut einem das Trio in „Give it up“ Funk-Einschlüsse, hakenschlagende Drums und nervöse Gitarrenriffs um die Ohren. Wer es noch nicht mitbekommen hat, „Slavior“ ist alles andere als leichte Kost und selbst für ein Werk mit nicht massenkompatibler Ausrichtung überambitioniert, erzwungen vielschichtig und anstrengend.

Anspieltipps:

  • Altar
  • Deeper
  • Slavior
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