Apostle Of Hustle - National Anthem Of Nowhere - Cover
Große Ansicht

Apostle Of Hustle National Anthem Of Nowhere


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass sich Kanada langsam aber sicher zu einem respektablem Indie-Mekka mit hervorragenden Künstlern und Musiker gemausert hat, dürfte spätestens durch Bands wie Arcade Fire und Broken Social Scene zu einer Standardfloskel geworden sein. Andrew Whiteman, der Leadgitarrist und passionierte Tres-Spieler letztgenannter Truppe hat sich allerdings auch abseits seiner Stammkombo ein festes Standbein erarbeitet und zwar mit Apostle Of Hustle, die mit ihrem Debüt 2004, „Folkloric reel“, durch eine Bandbreite an extravaganten Klängen, die teils in World Music teils in schlichte Indie-Rock-Schubladen kategorisiert werden konnten, ihr eigenes, klangliches Universum erschaffen hatten.

Zusammen mit dem harten Kern von Apostle Of Hustle, Julian Brown und Daniel Stone, sowie mehreren Gastauftritten aus der Torontoer Szene, schmiedete Whiteman einen wohlklingenden Nachfolger, der jedoch nicht an das Vorgängerwerk heranreicht. „My sword hand´s anger“ startet zwar abseits jeder Struktur samplewütig drauflos und zieht sofort in seinen Bann, doch mit zunehmender Spielzeit verliert die Platte an experimentellen Ansätzen und verkommt zu einem stellenweise prüden Indie-Rockwerk, das keineswegs schlecht ist, aber aufgrund von solch handzahmen Stücken wie dem Beinahe-Instrumental „Fast pony for Victor Jara“ (mit einigen spanischen Sprachfetzen), verloren wirkenden Kompositionen wie dem popigen „Chances are“ oder dem allzu glatten Rocker „Justine, beckoning“ an Reiz verliert.

Dagegen halten zum Glück Tracks wie das an Broken Social Scene erinnernde „National anthem of nowhere“, „Haul away“, welches mit ambivalenten Licht- und Schattenspielen aufwartet, das stampfende und sich kaskadenartig aufbauende „Cheap like Sebastien“ oder „A rent boy goes down“, in dem man richtig das Lächeln im Gesicht von Whiteman sehen kann, wie er mit Inbrunst die Aufnahme einspielt. Danach verabschiedet sich die relaxte Verspieltheit, obwohl im Hintergrund noch diverses Elektro-Geplucker und Geschwurbel seine Kreise zieht. Gerade der Schlusspunkt „Nonono“ bricht aus dem gesichtslosen Nichts heraus und präsentiert sich als ansatzweise gemurmeltes Schlaflied, das den Hörer friedlich und zufrieden einschlummern lässt. Warum denn nicht gleich so, Mr. Whiteman?

Anspieltipps:

  • Haul Away
  • A Rent Boy Goes Down
  • My Sword Hand´s Anger
Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „Apostle Of Hustle“
comments powered by Disqus