Wolfgang Parker - Room Nineteen - Cover
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Wolfgang Parker Room Nineteen


  • Label: Roadstar Rec./SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was haben wir nicht alles schon zum Thema Crossover gehört und gesehen: Natürlich fallen immer wieder die üblichen Verdächtigen wie Faith No More oder Run DMC mit dem Aerosmith-Klassiker „Walk this way“ ins Auge. Jedoch gibt es daneben viele, oftmals relativ unbekannte Combos, die die Verschmelzung und Kombination verschiedener Genres noch viel exzessiver praktizieren als die genannten Herrschaften. Wolfgang Parker ist der Kopf einer solchen Band, die mit ihrem neuen Album „Room Nineteen“ nun auch in Europa Fuß fassen wollen. Das Konzept ist ebenso simpel wie prägnant: Die Kombination aus dem eleganten Swing Jazz der 30er und 40er Jahre mit den straighten Elementen des Rock’n’Roll – ohne dabei auf ein Bläsersatz angewiesen zu sein.

So kommen die 19 Tracks in recht rockigem Antlitz daher: Der Opener „Among the ash heaps“ macht direkt richtig Dampf, ebenso die Tracks „Shiseido“, dessen Riff stark an „Unbelievable“ von EMF erinnert, sowie der Titeltrack „Room nineteen“. Danach nehmen Wolfgang und seine Mannen erstmal das Tempo raus und legen den Fokus eher auf den Swing, was dem Album durchaus gut zu Gesicht steht: „The mice, the temons and the piggies“ hat neben dem tollen Titel auch einen starken Refrain zu bieten, „Sing baby swing“ hält was es verspricht und in „I could be you“ wird das Tempo dann langsam wieder verschärft, bevor mit „To say you love me “ wieder an die Härte der ersten Tracks angeschlossen wird.

Ein Highlight der Platte ist „Amor perdido“: Die Strophe erinnert zwar irgendwie an Eros Ramazotti, jedoch ist der Überraschungseffekt mit dieser Nummer klar auf Seiten Wolfgang Parkers – so einen Song hätte man hier nun wirklich nicht erwartet. Die nächsten Tracks „Blood red water“ und „English lover“ knüpfen noch mal an die ruhigeren Songs an, bevor mit „It always ends“ der Schlusspunkt der Platte gesetzt wird.

Unterm Strich muss man sagen, dass Wolfgang Parker die Verschmelzung zweier so unterschiedlicher Stilrichtungen recht gut gelingt. Einige Tracks strotzen vor originellen Ideen und verfügen auch musikalisch über wirklich hörenswerte Passagen. Das Manko der Scheibe liegt andererseits aber auch auf der Hand: Im Getümmel der 19 Tracks sticht kaum ein Song, mit Ausnahme von „Amor Perdido“, wirklich hervor. Insgesamt fehlt vielen Tracks die Eingängigkeit und Widererkennungswert, was dem Erfolgszug der Platte in Europa wohl im Wege stehen dürfte. Insgesamt muss man den Mut und die Kreativität, mit der Parker diese wirklich neue Idee präsentiert, aber loben, enthält diese doch noch viel Potenzial für weitere Projekte. Es wäre der Combo zu wünschen, dass sie auch in der alten Welt Anhänger findet, auch wenn diese Scheibe sicherlich in erster Linie ein Nischendasein fristen wird.

Anspieltipps:

  • Shiseido
  • Amor Perdido
  • Sing Baby Swing
  • Among the Ash Heeps
  • The Mice, the Demons and the Piggies
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