Ola Podrida - Ola Podrida - Cover
Große Ansicht

Ola Podrida Ola Podrida


  • Label: GHvC/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Im September feiert das Hamburger Musiklabel Grand Hotel van Cleef seinen fünften Geburtstag. Und ungeachtet ihrer noch jungen Historie kommt man am GHVC nicht vorbei, wenn man seinen musikalischen Anspruch auf künstlerische Qualitäten, fernab von stupidem Radiogedudel und marktstrategisch straff durchorganisiertem Chartallerlei legt. Ob Tomte, Kettcar, Oli Schulz oder Marr. Alles Bands, denen durch das norddeutsche Plattenlabel die Chance gegeben wurde, sich über die Landesgrenzen hinaus zu etablieren und zugleich immer mehr anspruchsvolle Musikliebhaber für sich zu gewinnen.

Die aktuellste Neuverpflichtung, des im Vergleich zu den Majors doch eher beschaulichen Labels, hört auf den Namen Ola Podrida. Dahinter verbirgt sich der Wahl New Yorker David Wingo, der sich bereits in den USA durch die Zusammenarbeit mit seinem besten Freund und Independent-Regisseur David Gordon Green, einen gewissen Bekanntheitsstatus erarbeitet hat. So ist auch die wunderbare Musik zu den Filmen „All The Real Girls“ und „George Washington“ eben diesem David Wingo zu verdanken.

Das selbstbetitelte Debüt von Ola Podrida ist eine souveräne, in bester Songwritertradition aufgenommene Indiefolkplatte, die man ohne Bedenken irgendwo zwischen den skandinavischen Melancholikerfüchsen von Kings Of Convenience, den Indieheroen von Death Cab For Cutie und dem Godfather of Folk Bob Dylan einordnen kann. Schon alleine durch den akustischen Opener „The New Science“, das leise und melodiöse „Jordanna“ und das von Klavier getragene „Run Off The Road“, hat Ola Podrida zweifellos seinen Platz neben all den anderen Musikschönheiten im CD-Regal des Vertrauens verdient. Denn nicht vielen Künstlern kann man das Talent zuschreiben, solch wunderschöne Melodien in einer derart entspannenden und berauschenden Art und Weise erklingen zu lassen. Die Stimme von David Wingo flattert hier zwischen einem gebrochenem Fispern und einem energischen Aufheulen. Und ab und zu werden auch laute Töne angeschlagen. Wie auf dem sich gegen Ende austobenden „Cindy“ oder dem temporeichen „Lost And Found“. „A Day At The Beach“ und „Photo Booth“ bestechen durch ihre langsamen und wunderschönen Arrangements und laden zum tagträumerischen und glückseligen Mitsummen ein.

Die elf leise und fein ausgestatteten, zwischendurch immer wieder mit minimalistischen epischen Ausbrüchen dekorierten Songs vermitteln Innigkeit, Wohlbehagen und schaudernde Glücksgefühle und sorgen für einen besonderen Hörgenuss. Das Erstlingswerk von Ola Podrida scheint wie gemacht für laue Sommernächte, verregnete Herbsttage, kalte verschneite Winterabende und sonnengeflutete Frühlingsmorgen. Und das Grand Hotel hat wieder mal sein außerordentliches Gespür für tolle Musik bewiesen. Wir sagen: Danke!

Anspieltipps:

  • The New Science
  • Jordanna
  • Run Off The Road
  • Eastbound
Neue Kritiken im Genre „Folk“
6/10

Silent Angel: Fire And Ashes Of Heinrich Böll EP
  • 2017    
Diskutiere über „Ola Podrida“
comments powered by Disqus