Soundtrack - 300 - Cover
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Soundtrack 300


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Einen optischen Leckerbissen bescherte Robert Rodriguez den Cineasten 2005 mit der Verfilmung des Noir-Comics „Sin city“ aus der Feder des Amerikaners Frank Miller. Der in schwarz-weiß gehaltene Streifen war mit dezenten Farbtupfern angereichert und bezog seine Faszination unter anderem durch das grandiose Zusammenspiel zwischen den Akteuren Bruce Willis, Mickey Rourke, Clive Owen, Jessica Alba oder Michael Madsen und dem verschlungenen Plot, der nicht zuviel, aber auch nicht zu wenig über den Sündenpfuhl, in dem sich die Darsteller aufhielten, preis gab und somit die Vorfreude auf die weiteren Teile ausreichend schürte.

Bevor es jedoch soweit ist, darf Regisseur Zack Snyder, der 2004 den Horrorstreifen „Dawn of the dead“ inszenierte und vorher weitestgehend als Werbefilmer unterwegs war, eine gänzlich andere Thematik, der sich Miller angenommen hatte, filmisch umsetzen. „300“ erzählt die Geschichte des spartanischen Königs Leonidas, der die numerisch weit überlegenen Perser mit einer 300 Mann starken Armee in die Knie zwingen will. Dass es dabei blutiger zugehen wird als in „Sin city“ durften bereits einige Trailer bestätigen und auch sonst präsentiert sich das Machwerk bildgewaltig.

Die opulente, musikalische Rückendeckung schneiderte der amerikanische Musikproduzent- und Komponist Tyler Bates (hat unter anderem Musik für die Filme „Dawn of the dead“, The devil´s rejects“ und Miss Undercover 2“ verfasst) den Spartanern und Persern auf den Leib. Wie in einem stetigen Schlachtgetümmel donnert das Orchester, das mit allen möglichen Effekten angereichert wurde, durch den Raum und bedient sich dabei ab und zu an rifflastigen E-Gitarren („The hot gates“, „Fever dream“).

Bates setzt eindeutig auf Tempo und dynamische Aspekte anstatt sich in ausufernde Suiten und sanftes Streicherpiano zu verstricken. Selten gibt es Verschnaufpausen, dem Hörer soll die Unerbittlichkeit einer Schlacht vors innere Auge projiziert werden. Dadurch nutzt sich der Soundtrack allerdings relativ schnell ab, was unter anderem an den musikalischen Querverweisen zu Filmen wie „Troja“, „Gladiator“ oder „Titus“ (von dem sogar einige Passagen beinahe 1:1 übernommen wurden) liegt. Fast jede der 2 – 3 Minuten langen Kompositionen wirken außerdem wie Overtüren für mehrere Filme, sodass sich kein eindeutiger Spannungsbogen abzeichnet. Dennoch erschafft Bates die eine oder andere prächtige Kulisse („Returns a king“, „Goodbye my love“) und lässt den Soundtrack zu „300“ wie es sich für einen Kriegsfilm gehört mit ausladenden, ergriffenen Streichern und Seufzermotiven ausklingen („Remember us“). Macht unterm Strich eine solide, adrenalingetränkte Darbietung, bei der im Ganzen betrachtet allerdings zuviel geklaut wurde.

Anspieltipps:

  • No Mercy
  • The Hot Gates
  • Returns A King
  • Xerxes Final Offer
  • Fight In The Shade
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