Days Of Fate - Traffic - Cover
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Days Of Fate Traffic


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt mehr von ihnen, als der allgemeine Musikliebhaber vielleicht glauben mag: Die Spezies Synthie/Electro-Pop Fanatiker, deren Herz vielleicht immer noch in den Achtzigern verankert ist, aber gleichermaßen neue Sounds und Impulse aufnimmt, ohne kopflos Trends der elektronischen Musik nachzueifern. Zu dieser, gar nicht mal so seltsamen Art Mensch gehören auch die vier Dresdner von Days Of Fate, die mit der Maxi-CD „My Decision/Master Of Disaster“ 1994 Fans der poppig elektronischen Wellenlänge auf den Plan riefen und sich Stück für Stück vom Lokaltipp zu einer etablierten Szene-Band mauserten, die wohl oder übel doch zu ideenreich für ein Szenekorsett ist. So erhielt das letzte Album „Home-Made Cake Of The Day“ (2003) zwar durchweg positive Stimmen und erreichte manchen Liebhaber, doch in der Zwischenzeit hatte sicher auch der ein oder andere Beobachter Days Of Fate aus den Augen verloren. Erst 2007 ist es Zeit für den Nachfolger, der sich „Traffic“ nennt und die lange Wartezeit durch konventionslose Arrangements zwischen Hit-Appeal und balladeskem Melancholie-Anteil vergessen lässt.

Da startet „Lonely People“ mit klaren, eindringlich verfremdeten Synthesizer-Melodien und einem druckvollen Gerüst aus Gitarren sowie organisch wirkenden Drums in einen prall gefüllten Longplayer, der seinem Namen gerecht wird und sogar noch Remixe, vorzugsweise für den Club-Einsatz, bereithält. Doch für den mit Affinitäten zu elektronischen Pop-Perlen ausgestatteten Musikfreund bietet schon der reguläre Album-Teil genug für das Herz. Vor allem die stets erfrischenden und nicht einem x-beliebigen Schema folgenden Synthie-Sounds sind neben dem fast schon standardmäßigen Einsatz von E-Gitarren der Schlüssel zu einer Leidenschaft, die eine längere Zeit andauern dürfte. Auch wenn der Gesang von Torsten K. eher bodenständig als markant oder herausragend ist, überzeugt zumindest die wohlgeformte englische Aussprache.

Zwingende Breakbeats und das gesprochene Intro von Susann Saalfeld machen aus „Final Destination“ einen tanzbaren Ohrwurm, wobei auch hier diese flirrenden, orchestral oder verstörend wirkenden Synthesizer zum Zug kommen und aus dem vermeintlichen Hit nochmal eine Prise mehr Entdeckungsvielfalt herausholen. Neben den vorherrschenden Energiebündeln gibt es auch ruhigere Stücke zu vermelden, die Days Of Fate in Form von solch elegischen Songs wie der Piano-Ballade „The Fateful Garden“ oder dem Midtempo-Track „Share A Moment“, in dem sich die Gitarre in einschmeichelnden Melodien verliert, am besten stehen. Das Fehlen von einer höheren Anzahl langsamerer Werke ist dann aber auch schon der einzige heraus stechende Minuspunkt einer tollen Duftmarke, die zumindest in der Electro-Szene endlich deutlicher wahrgenommen werden sollte.

Anspieltipps:

  • Final Destination
  • The Fateful Garden
  • Quicksand
  • The Antique Face
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