Bill Callahan - Woke On A Whaleheart - Cover
Große Ansicht

Bill Callahan Woke On A Whaleheart


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwölf Alben unter dem Namen Smog, legt Bill Callahan mit „Woke On A Whaleheart“ den ersten Longplayer unter seinem echten Namen vor.

Nach zwölf Alben unter dem Namen Smog, legt Bill Callahan mit „Woke On A Whaleheart“ den ersten Longplayer unter seinem echten Namen vor. Waren seine Alben früher nicht gerade von Frohmut getragen, sondern lastete auf ihnen eine drückende Schwere von Melancholie, die keinen Platz für Optimismus ließ, erkennt man schon am Cover von „Woke On A Whaleheart“ eine deutliche Veränderung. So viele Farben und lächelnde Gestalten sah man die Tage höchstens auf der Front von Mikas „Life In Cartoon Motion“. Ob das Joanna Newsom zu verdanken ist? Schließlich sind Callahan und Newsom frisch verliebt und es soll etwas Ernstes sein. Und eine neue Liebe kann auch die Gemütsstimmung eines Bill Callahan völlig auf den Kopf stellen. Eine weitere Neuerung stellt die Tatsache dar, dass nicht mehr Callahan selbst die Produktion übernahm, sondern diese nun Neil Michael Hagerty (Royal Trux) überlassen wurde.

Der erste Song „From The River To The Ocean“ wird getragen von einem wunderschönen, klaren Piano von Howard Draper, begleitet von Pete Denton an der Gitarre. Hier und da setzt eine akzentuierte Violine ein, gespielt von Elizabeth Warren, und Deani Pugh-Flemmings fungiert stellenweise als Background-Sängerin. Viele neue, auf dem gesamten Album immer wiederkehrende Elemente, die es so vorher nicht bei Smog zu hören gab und die eine Wende in der musikalischen Ausrichtung Callahans beschreiben. Viel sonniger erscheint sein neuer Sound, doch trotz vieler beteiligter Instrumente und Musiker ist der Sound auf „Woke On A Whaleheart“ nie überladen, da auch hier, wie schon auf den Smog-Platten, dezent und präzise instrumentiert wird. Dem Minimalismus hat sich Callahan trotz aller Änderungen nicht abgewandt und Hagertys Produktion ist zudem sauber und klar ausgefallen und setzt den einzelnen Song angemessen in Szene.

Auf den ruhigen Opener folgt mit „Footprints“ ein deutlich rockigerer, mit stampfendem Beat ausgestatteter Folk-Song. „Diamond Dancer“ besitzt ein monotones, bassgetriebenes Grundgerüst und drückt die Stimmung ein wenig. „Sycamore“ treibt legere auf einem Meer voller entrückter Schönheit, bevor mit „The Wheel“ ein blueslastiger Countrysong ertönt. „Honeymoon Child“ erinnert an Scott McKenzies „San Francisco“. Das hervorragende „Day” trumpft mit munterer Hammondorgel und gospelartigen Background-Vocals auf. Die nachfolgende Ballade „Night“ lädt mit einer wunderschönen, simplen Pianomelodie zum träumen ein und zum Abschluss gibt es mit „A Man Needs A Woman Or A Man To Be A Man“ noch eine weitere Countryblues-Nummer a la Johnny-Cash.

Auf „Woke On A Whaleheart“ präsentiert sich Callahan als gut gelaunter Songwriter, der ein Album abliefert, das für einige Überraschungen sorgt – vor allem bei früheren Smog-Fans. Ein durchweg gelungenes Album, das einige Songperlen bereit hält und nur wenige Schwächen aufweist.

Anspieltipps:

  • From The Rivers To The Ocean
  • The Wheel
  • Day
  • Night
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Bill Callahan“
comments powered by Disqus