Andrea Corr - Ten Feet High - Cover
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Andrea Corr Ten Feet High


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit zwei Jahren pausiert die erfolgreiche irische Popband The Corrs und diese Zeit nutzte Leadsängerin Andrea Corr um ein erstes Soloalbum aufzunehmen. Da werden einfach Nellee Hooper (Björk, Madonna, Gwen Stefani), der irische Songwriter Gavin Friday und Bono von U2 als Produzenten angeheuert, um einen guten Erstling präsentieren zu können. Komponiert hat Andrea Corr bis auf das Squeezer-Cover „Take me I'm yours” alle Songs selbst, auch das Piano bedient Frau Corr in Eigenregie.

Die erste Singleauskoppelung „Shame on you” soll ein Anti-Kriegssong sein, der recht eingängig klingt, aber mit deutlichem elektronisch-atmosphärischem Einschlag darauf hinweist, dass keine Corrs-CD im Player rotiert, sondern ein eigenständiges Projekt der irischen Musikerin. Dabei wird am Ende des Longplayers nochmals die radiotaugliche Version präsentiert, die aber weniger Charme wie diese Albumversion besitzt. Dieser Song ist klug gewählt, denn er beinhaltet eine Ohrwurmmelodie, die Andrea Corr einen guten Soloeinstieg in die Charts garantiert.

Der Opener „Hello boys” überrascht mit düsteren elektronischen Klängen, die in Zusammenspiel mit der klaren Stimme ganz gut harmonieren und mit der zum Schluss verzerrten Stimme und der einsetzenden harten Gitarre gibt es einen Vorgeschmack auf die etwas andere Musikwelt der jüngsten Corr-Schwester. Bei „Anybody there” bekommt das Piano seinen ersten Auftritt, es entsteht durch die einfache Melodie wegen der ständigen Wiederholungen nur eine gewisse Monotonie. Der Titeltrack „Ten feet high” zieht alle Register: Ein komplettes Orchester als Begleitung geben dem Song einen recht bombastischen Anstrich, durch Tempowechsel wird der Stimme Andrea Corrs der nötige Raum gegeben, es bringt zwar Abwechslung, doch die anderen Tracks erreichen den Hörer direkter.Danach folgt wieder ein Kontrastprogramm mit dem tanzbaren und sehr fröhlichen „Champagne from a straw”, welches mit einer Trompetensequenz Sommergefühle erzeugt. Die Disziplin „einfach komponiert und extrem eingängig” beherrscht Andrea Corr offensichtlich auch wegen ihrer Erfahrung als The-Corrs-Mitglied recht gut.

„24 hours” kommt als Lovesong der schnellen Sorte daher, der flotte Song könnte auch viel Radiospielzeit bekommen. Endlich wird nun eine Ballade gereicht: „This is what it's all about” kommt mit akustischer Gitarre und Stimme aus und überzeugt mit seinem einfachen Charme. „Ideal world” hat wieder mehr aber nicht zuviel Fahrt: Drums, Piano und Keyboard umrahmen die unverwechselbare zarte Stimme und der traurige Text, der nach der idealen Welt fragt und eher negative Beispiele nennt, passt gut zu der Musik, und stellt einen guten Abschluss der recht kurzen Spielzeit dar.

Einige Songs enden recht abrupt und man wird das Gefühl nicht los, dass einige der komponierten Melodien auch nicht länger im Gedächtnis bleiben bzw. zu einfach konstruiert sind.. Trotzdem punktet Andrea Corr nicht nur durch viele elektronische Elemente, die ihrer Stimme fast genau so gut stehen wie die wenigen akustischen Songs, sondern auch durch eigene Werke, die nicht nur durch Eingängigkeit Qualität besitzen. Als Einstieg in die Solokarriere überspringt sie schon die Durchschnittshürde, noch ausgefeiltere Arrangements wären beim nächsten Mal aber durchaus anzuraten.

Anspieltipps:

  • Shame on you (Albumversion)
  • Champagne From A Straw
  • This Is What It's All About
  • Ideal World
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