Night Ranger - Hole In The Sun - Cover
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Night Ranger Hole In The Sun


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz 16 Millionen verkaufter Tonträger kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch die neue Scheibe die Fangemeinde der US-Boys nicht großartig erweitern kann.

Es ist ja bekanntermaßen so eine Sache mit One-Hit-Wondern: Auch wenn die Qualität der Musik oftmals durchaus hochwertig ist, lässt sich nach einem solchen singulären Highlight kein Anschluss an selbiges mehr finden. Den Jungs von Night Ranger erging es genau so: Nachdem sie 1997 mit „Sister Christian“, dem Soundtrack zum Film „Boogie Nights“, einen wirklichen Hit landen konnten wurde es still um die Band aus San Francisco. Heute, genau 10 Jahre später, versucht die Combo um Tak-Matsumoto-Basser und Sänger Jack Blades, Drummer Kelly Keagan, Keyboarder Michael Lardie und die Gitarristen Jeff Watson und Brad Gillis erneut ihr Glück. Die neue Scheibe heißt „Hole in the Sun“ und versucht, an den Glanz früherer Tage anzuknüpfen.

Der Opener „Tell your Visions“ macht direkt deutlich, wo die Wurzeln dieser Band zu finden sind: Ehrlicher Hard-Rock, straight vorgetragen, schön gitarrenlastig. Auf ähnliche Weise weiß auch „Drama Queen“ zu überzeugen. Bis zu diesem Punkt macht die Platte durchaus Freude, danach beginnt aber leider der sukzessive Abstieg: „There is Life“ ist die zu erwartende Quotenballade, „Fool in me“ der Versuch zu zeigen, dass es auch mit akustischen Gitarren funktionieren soll. Insgesamt vermisst man jegliche Form von Überraschung, es gibt kaum Momente, in denen „Hole in the Sun“ den Zuhörer zu überraschen vermag. Nicht zuletzt ist dies auch darauf zurückzuführen, dass annährend alle Tracks nach demselben Schema aufgebaut sind.

Von der eintretenden Lethargie können sich nur noch zwei Tracks absetzten: „Rockstar“ ist eine richtig flotte Nummer mit nettem Text und einer originellen Idee, „Revelation 4am“ das absolute Highlight der Platte. Hier hat man als Zuhörer zum ersten Mal das wirkliche Bedürfnis ins Konzert zu rennen, nur um im Chorus mitsingen zu können. Unterm Strich sind diese Ausreißer aber zu wenig für ein Rockalbum der höheren Ansprüche. Dabei sind sie zugleich Beweis, dass Night Ranger durchaus in der Lage sind, ehrliche Rockmusik zu schreiben, die den Zuhörer mitnehmen kann. Trotz 16 Millionen verkaufter Tonträger kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch die neue Scheibe die Fangemeinde der US-Boys nicht großartig erweitern kann. Die Scheibe ist nicht schlecht, aber noch weiter davon entfernt, wirklich gut zu sein.

Anspieltipps:

  • Tell your Vision
  • Drama Queen
  • Rockstar
  • Revelation 4am
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