Femi Kuti - The Definitive Collection - Cover
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Femi Kuti The Definitive Collection


  • Label: Wrasse/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 143 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

In die Fußstapfen des Vaters zu treten, der sich durch seine beispiellosen Taten und Aktivitäten als Legende verewigt oder inoffizieller Anführer eines Landes bzw. einer Nation gemacht hat, ist mit Sicherheit ein ehrgeiziges Unterfangen. Als bestes Beispiel sei nur ein Blick auf die Marley-Sprösslinge geworfen, die entweder aufgrund des frühen Todes ihres Vaters Bob noch immer mit Trauer erfüllt sind (Ziggy singt auf dem sonst recht positiv gestimmten Album „Love is my religion“ in „Keep on dreamin´“: „Won´t you come back so we can play?“) oder ihren eigenen Stil aus Roots Reggae, HipHop/Rap, Dancehall und R&B kreieren wie der jüngste Spross Damian, während weiterhin die gesellschaftlichen Missstände an den Pranger gestellt und kritisiert werden.

Darüber ein ganzes Buch schreiben kann Femi Kuti, der Sohn des legendären, nigerianischen Musikers Fela Antikulapo Kuti, der 1997 an AIDS verstorben ist. Auch er trägt die Bürde, nicht über den Schatten seines Vaters hinaustreten zu können, meistert diese Last allerdings bravourös, wie die liebevoll zusammengestellte erste CD der „Definitive Collection“, die die ersten drei Alben des Nigerianers berücksichtigt, beweist. Alles was Femi beschäftigt, seine Anstrengungen und Mühen aus Nigeria ein besseres Land zu machen, indem er die Bevölkerung mit seiner Musik wachrüttelt und vor grassierenden Seuchen wie den unaufhaltbaren HIV-Virus warnt (eindrucksvoll in „Stop Aids“ vorgetragen), steckt in den 12 Songs des ersten Silberlings.

Diese changieren zwischen beseeltem Jazz, aufrüttelnden Rhythmen und Melodien, sowie einem gesellschaftskritischen und politischen Unterton, der sich selten ein Blatt vor den Mund nimmt. So wünscht sich Femi endlich eine couragierte Führung für sein Land („Do your best“, zusammen mit Mos Def) und stempelt die bisherigen Machthaber als Verräter ab („Traitors of Africa“) oder erinnert sich schmerzerfüllt an das furchtbare Jahr 1997, das nicht nur den Tod seines Vaters mit sich brachte, sondern auch den seiner Cousine Frances Kuboye und seiner jüngeren Schwester Sola. Dass er im Kampf für Nigeria einige internationale Mitstreiter hat, davon zeugt der Track „Water no get enemy“, in dem neben R´n´B-Sänger D´Angelo auch Macy Gray mit ihrem rauchigen Organ vertreten ist. Weniger sinnvoll ist die zweite CD geraten, die sich fast ausschließlich aus platten und öden House-Remixes zusammensetzt. Das Gute daran ist allerdings, dass man diese Scheibe einfach ignorieren kann, denn dann bleibt „The definitive collection“ ein sorgenerfülltes Pamphlet für den Rest der Welt. Möge es erhört werden.

Anspieltipps:

  • ´97
  • Look Around
  • Wonder Wonder
  • Traitors Of Africa
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