Ismael Lo - Senegal - Cover
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Ismael Lo Senegal


  • Label: Wrasse/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ismaël Lô, der „Bob Dylan des Senegal“ und schärfster Konkurrent für Youssou N´Dour, wenn es um den Titel des besten Sängers des westlichsten Landes Afrikas geht, hat sein 22. Album rausgebracht. Und wie Ali Farka Touré, der 1999 das Opus „Niafunké“ herausgebracht hat, widmet auch Lô sein neuestes Oeuvre seiner Herkunft. „Dem Album den Namen „Senegal“ zu geben war meine Art, meinem eigenen Land Tribut zu zollen und ihm für alle Geschenke zu danken, die es mir gemacht hat“ erklärt er hingebungsvoll. Fürwahr ist das neueste, musikalische Kind Ismaëls ein wunderbarer Querschnitt durch die Tradition seines Landes geworden, die facettenreicher und prächtiger nicht sein könnte.

Angefangen bei „Baykat“, einem Stück, das in seinem erhabenen Duktus und seiner Pracht selbst Youssou nicht besser hinbekommen hätte, gefolgt von „Incha allah“, welches im Anschluss gleich doppelt so schön aus den Boxen perlt und die Erwartungshaltung für die übrigen Tracks auf „Senegal“ ins Unermessliche treibt. Nach Ausflügen in Reggae-Gefilde („Le jola“, „Plus je fais ci, plus je fais ça“), die manches Mal in luftige Ska-Terrains durchbrechen („Manko“) und afrokubanischen Lehrstücken wie „Taar dusey“ oder „Wakhal“, gibt es auch Songs, die den Dylan-Vergleich nicht zu scheuen brauchen („Yaye boye“, „Mbindane“).

Das sich Lô jedoch nicht nur auf einen Stil beschränkt wird in „Ouvriers“ deutlich, wenn er kubanisches Trommelwerk mit Reggae-Touch verbinden oder „Jiguen“ durch hereinplatzende Bläsersätze und hektischer Perkussion garnieren lässt. Kurz bevor „Tajabone“ wieder in Dylan-Gefilde herumschwirrt (der Song wurde übrigens für Pedro Almodovars Film „Alles über meine Mutter“ verwendet), beruft sich der Senegalese auf sein emotionales Organ und singt, lediglich von einer Gitarre begleitet, einen rührenden Song über seine Tochter („Ma fille“). Würde sich Lô auf seinem neuem Werk immer so reduziert und gefühlvoll geben wie in diesem Lied oder mehrere Stücke im Stil der zwei Eingangstitel „Baykat“ und „Incha allah“ geschrieben haben, „Senegal“ wäre ein unentbehrliches Tondokument aus dem schwarzen Kontinent geworden, doch leider erschlägt Ismael einige Tracks mit der Wucht der Instrumente und lässt ihnen wenig Luft zum atmen. Schade.

Anspieltipps:

  • Baykat
  • Ma fille
  • Yaye Boye
  • Incha Allah
  • Taar Dusey
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