Macy Gray - Big - Cover
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Macy Gray Big


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Big“ traut sich einfach zu wenig und lässt diesen Spirit der Anfangstage von Macy vermissen.

Einst war Paradiesvogel Macy Gray mit ihrem unkonventionelle Auftreten und ihrer einzigartigen, kratzigen Stimme der Darling der R&B-Szene, doch schon mit ihrem zweiten Album ging es erfolgstechnisch bergab. Ihr letztes Album „The Trouble With Being Myself“ aus dem Jahre 2003 erwies sich als Ladenhüter, weswegen sie sich für vier Jahre weitgehend aus dem Musikbiz verabschiedete und sich auf andere Projekte konzentrierte.

Mit „Big“ will Frau Gray jetzt ihr Comeback schaffen und hat sich dafür eine ganze Armada an Gastmusikern wie Natalie Cole, Justin Timberlake und Fergie ins Boot geholt. Trotzdem dreht sich alles auf dem Album, um Macy die Gäste treten eher im Hintergrund auf, steuern hier ein paar Backgrounds bei oder helfen da mal beim Songwriting aus. Die Produktion hat unter anderem Black Eyed Peas Fronter will.i.am übernommen.

Trotz dieser großen Namen ist der Beginn mit „Finally Made Me Happy“ und „Shoo Be Doo“ erschreckend belanglos. Beide könnten aus dem Musterbuch für mittelschnelle Soul-Balladen stammen. Sie spulen einfach nur das genreübliche Programm ab, ohne dass Macy ihren eigenen Stempel aufdrückt. fort, Auch die nächsten Songs machen nicht viel besser, bleiben ebenfalls im sicheren Midtempo-Bereich, löbliche Ausnahme von der Regel ist „Okay“, mit sperrigem Groove und inspiriertem Gesang.

Mit James-Brown-Groove geht es in „Ghetto Love“ endlich in etwas schnellere Gefilde und Macy kann endlich zeigen, was sie drauf hat. Ebenfalls überzeugend ist das ironische „Strange Behaviour“, dessen Text von einem Pärchen handelt, das sich wegen einer Lebensversicherung gegenseitig an den Kragen will. „Get Out“ merkt man deutlich die Mitarbeit von Justin Timberlake an, der Sound erinnert sehr an die Songs seines letzten Album, kann aber nicht ganz mit ihnen mithalten. Trotzdem, eine nette Funk-Nummer.

Ein echtes Highlight ist noch einmal „Treat Me Like Your Money“, mit seinen vielen Synthie-Spielereien. will.i.am verwurstet in seinem coolen Feature einige alte Run DMC Lyrics, auch die Hooklines können vollends überzeugen. Dagegen fällt dann „Everybody“ wieder um einiges ab beschließt die Platte genauso belanglos, wie es anfing. Das Comeback wird mit solchem Material sicherlich nicht gelingen. „Big“ traut sich einfach zu wenig und lässt diesen Spirit der Anfangstage von Macy vermissen. Schade, die Vorraussetzungen waren doch auch mit den hochkarätigen Kollaborationen gegeben.

Anspieltipps:

  • Okay
  • Ghetto Love
  • Get Out
  • Treat Me Like Your Money
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