Poets Of The Fall - Carnival Of Rust - Cover
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Poets Of The Fall Carnival Of Rust


  • Label: Netmusiczo/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Poets Of The Fall aus Finnland sind einigen Gamern sicher durch das Computerspiel „Max Payne 2“ ein Begriff. In diesem Action-Klassiker lief ihr melancholischer Song „Late Goodbye“ nämlich im Abspann und verschaffte ihnen schon vor drei Jahren eine große Fangemeinde. Das Debütalbum „Signs Of Life“ schaffte es dann von Anhieb auf Platz 1 der finnischen Charts und räumte so gut wie jeden Preis ab, den es zu holen gab. Der Nachfolger „Carnival Of Rust“, der bei uns mit gut einem Jahr Verspätung auf den Markt kommt, konnte diese Erfolge wiederholen und sogar noch steigern.

Wer nur „Late Goodbye“ kennt, wird vom Anfang der Platte erst einmal überrascht sein. „Fire“ beginnt mit einem funky Popowackler-Gitarrenriff, der so gar nichts von finnischer Schwermütigkeit hat. Gleichzeitig mit dem sphärischen Keyboard setzt Sänger Marks warme Stimme ein. Fast wähnt sich der Hörer auf einer Popplatte, bis mit einem Schlag der mitreißende, rockige Refrain einsetzt. Der Song entwickelt sich zu einem wahren Gute-Laune-Garanten mit einem coolen Gitarrensolo. Etwas rauer, aber ebenso eingängig geht es dann im folgenden „Sorry Go ’Round“ zu.

Bei dem Titelsong „Carnival Of Rust“ zeigen die Poets Of The Fall dann allerdings, dass sie das Schreiben leicht schwülstiger Balladen nicht verlernt haben, viele Streicher und Marks theatralischer Gesang stehen hier im Vordergrund. Durch den tollen Refrain ist das Ergebnis aber dennoch hörenswert. Schneller geht es dann wieder in „Locking Up The Sun“ zu, in dem die Band sogar mit einigen Industrial-Klänge herumspielt. Auch wenn die Melodien hier nicht ganz so sehr wie bei den anderen Songs im Ohr bleiben wollen, das folgende „Gravity“ kann das mit doppelter Eingängigkeit ausgleichen. Wie im Opener treffen hier Rock- auf Funkelemente und vermengen sich zu einem der Highlights des Albums.

Die zweite Hälfte der Platte kann mit der ersten leider nicht mehr ganz mithalten. Langsamere, ernster gehaltene Songs wie „King Of Fools“ oder „Desire“ zünden auch nach mehreren Durchläufen nicht vollständig. Relativ verlassen steht „Delicious“ als Uptemponummer dazwischen, doch hat man auch diese Art Song am Albumanfang besser gehört. Dagegen steht „Roses“, dass durch seinen poppigen Aufbau nur noch wenig mit Rock zu tun hat, nichtsdestotrotz eines der Highlights des Albums ist. Ein perfekter, luftiger Sommersong eben. Hier sieht man einfach, dass die Herbstdichter immer dann am besten sind, wenn sie einfach nur gute Laune verbreiten wollen.

Anspieltipps:

  • Fire
  • Carnival Of Rust
  • Roses
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