Freedom Call - Dimensions - Cover
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Freedom Call Dimensions


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kann nur den Hut vor diesem von Grund auf schwachsinnigen Werk ziehen.

Freedom Call haben sich mit dem neuen Werk „Dimensions“ wahrlich Großes vorgenommen. „Das Album wirft die Frage auf, wo die Klimakatastrophe enden wird, wie das weitere Schicksal der Menschheit aussieht und ob unsere Zukunft anstatt auf der Erde irgendwann einmal weit entfernt auf einem anderen Planeten des Universums liegt“, kündigt die Band rund um Chris Bay (Gesang, Gitarre), Lars Rettkowitz (Gitarre), Armin Donderer (Bass) und Dan Zimmermann (Schlagzeug) über den fünften Output an.

Dass die Truppe in weiterer Folge anscheinend vergessen hat, dass neben den Texten auch die Musik an sich wichtig ist, zeigt sogleich das unsägliche „Innocent world“ mitsamt herzigem Kinderchor, der wohl die Unschuld doppelt und dreifach unterstreichen soll, mies klingendem Schlagzeug, nerviger Falsettstimme und was es sonst noch an Peinlichkeiten im Power Metal gibt. In weiterer Folge dürfte es Freedom Call anscheinend in keiner Weise jucken, dass Stücke wie „Mr. Evil“ in den 80ern zwar bei den diversesten Hardrock-Kombos im Umlauf waren, diese sich aber nach der Veröffentlichung solcher Gurken wahnsinnig dafür geschämt haben.

Selbst der Bremsklotz „Words of endeavour“, der im Gegensatz zu den vorangegangenen Haudrauf-Stücken in seinem Tempo gedrosselt ist, dient lediglich dazu, die obligatorische Ballade vorweisen zu können. Im Anschluss hämmert dann sofort wieder Zimmermann los und der sinnentleerte Dummbatz-Metal der Marke Hammerfall geht in die Verlängerung. Zumindest „Magic moments“ kann einen treibenden Beat aufweisen, bevor „Far away“ als Albumender mit Dudelsack und Schunkelrhythmik aufwartet und den ultimativen Mitgröl-Ansauf-Refrain bietet.

Sind normalerweise nicht die Toten Hosen („Zehn kleine Jägermeister“, „Walkampf“) für solche Bierzeltsoundtracks verantwortlich? Wie dem auch sei, nach einer guten Dreiviertelstunde kann man nur den Hut vor diesem von Grund auf schwachsinnigen Werk ziehen und hoffen dass es die vier Deutschen irgendwann schaffen aus ihrem künstlerischem Sumpf herauszukriechen um einen Neuanfang zu wagen.

Anspieltipps:

  • Far Away
  • Queen Of My World
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