Wingenfelder - Alone - Cover
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Wingenfelder Alone


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Großteil der Songs auf „Alone“ ist fürchterlich vorhersehbar.

Nach der ziemlich überflüssigen Gurke „Every heart is a revolutionary cell“ (07/2006) seiner Band Fury In The Slaughterhouse, hat Sänger Kai Wingenfelder seinem lang gehegten Wunsch nach einem Soloalbum endlich nachgegeben und einen Longplayer eingespielt, dem er sinngemäß den Namen „Alone“ gegeben hat. Anders als bei den Outputs der Hannoveraner hat der Deutsche jedoch nicht den Großteil der Songs geschrieben, sondern lediglich bei „Glad you know it now“, „Love is a warm gun“, „Little miss wonderful“ und „Charlibo“ den Stift selbst in die Hand genommen, die restlichen Tracks entstammen aus der Feder befreundeter Songschreiber wie Michel Van Dyke (Patrick Nuo, Echt, Jasmin Wagner). Als Musiker hat er sich Gitarrist Jörn Heilbut (Jeremy Days), Bassist Stephan Gade, Keyboarder Roland Spremberg (beide von The Land) und Stephan Eggert ans Schlagzeug (Tempeau) geholt um dem Unternehmen „Popmusik für Erwachsene“ abseits von Fury In The Slaughterhouse in die Tat umzusetzen.

Doch bereits die ersten drei Stücke missfallen durch die austauschbaren Melodien und den bereits zu oft gehörten Ablauf, der sich mit jedem x-beliebigen Radiosong messen kann. Gerade einmal „Last day of summer“ offenbart eine etwas düsterere Grundstimmung, was allerdings erst „Alone“ mit seinen subtilen Massive Attack-Anleihen (circa „Teardrop“ von „Mezzanine“) in eine gelungene Atmosphäre packt. Danach gibt es wieder bestenfalls durchschnittliches und unaufgeregtes Musikgut zu vermelden, denn Herr Wingenfelder schafft es nicht nur sich mit seinem warmen Timbre die immergleichen stimmlichen Facetten aufzuwerfen, sondern lässt die Songs dadurch außerdem zu flauschigen, langatmigen Kuscheltracks verkommen, denen ein bisschen mehr Power keineswegs geschadet hätte.

Das aufbrausende „Alright now“ sorgt zwischendurch für rockende Akzente, die „Alone“ dringend nötig hat, während „My kind of wonderful“ in bitterer Melancholie badet und „You´re right on time“ thematisch das nachdenkliche Midlife Crisis-Stück des Albums („Time can take forever / When you´re looking at the clock / And time can take forever / When it´s all that you have got”) bildet. Anschließend versucht Wingenfelder in “Love is a warm gun” den Verführer raushängen zu lassen, scheitert jedoch an der plumpen Lyrik („I dreamt of you / And all the things we will do / How far will you go“). Gegen Ende eröffnet der Fury In The Slaughterhouse-Sänger mit „Little miss wonderful” (eine Liebeserklärung an seine Frau) und „Charlibo” (ein Lied über sein zweites Kind Charlotte Sophie) dem Hörer noch zwei persönlich gehaltene Stücke, die zwar für Sympathiepunkte sorgen, aber nichts daran ändern können, dass der Großteil auf „Alone“ fürchterlich vorhersehbar ist.

Anspieltipps:

  • Alone
  • Alright Now
  • You´re Right On Time
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