Vega4 - You And Others - Cover
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Vega4 You And Others


  • Label: Red Ink/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir schreiben das Jahr 2002. Eine neue unverbrauchte Band namens Vega 4 begeistert mit ihrem Debütalbum „Satellites“ Kritiker wie auch Publikum. Die 1999 in London gegründete Multikulti-Formation um Sänger John McDaid (Irland), Bassist Simon Walker (England), Gitarrist Bruce Gainsford (Neuseeland) und Drummer Bryan McLellan (Kanada), entzückte auf ihrem Erstling mit mitreißenden und episch ausufernden Poprockperlen wie „When Love Breaks Down“, „Sing“ oder „Radio Song“. Das Album verkaufte sich hierzulande rund 15.000-mal und Vega 4 erspielte sich in Windeseile eine treue Fangemeinde.

Der Nachfolger „You And Others“ ist bereits seit November letzten Jahres als Import erhältlich und erscheint nun auch hier bei uns. Mit Produzent „Jacknife Lee“, der auch schon mit U2, Bloc Party und Snow Patrol zusammengearbeitet hat, will das Quartett nun an vergangene Erfolge anknüpfen. Um es vorweg zu nehmen. Die selbst aufgelegte Hürde „Satellites“ erweist sich dann doch als etwas zu hoch, um diese mit dem neuen Album meistern zu können. Zwar erinnern die treibenden Drums und der melodiöse Refrain von „Traffic Jam“, sowie das hymnische „Tearing Me Apart“ noch am ehesten an den „alten“ Sound der Band. Doch die restlichen Lieder wirken leider viel zu kraftlos, um sich am Vorgänger messen und schließlich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen können.

„Life Is Beautiful“ schmilzt vor Wehmut gerade vor sich hin und könnte perfekt einem Soundtrack hipper Herz-Schmerz-Serien Marke „O.C. California“ oder „Grey’s Anatomy“ zugeschrieben worden sein. Und siehe da! Bei letzterer war eben dieser auch vertreten. Und darin liegt auch das große Manko von „You And Others“. Fast alle Songs klingen als seien sie nur für diesen einen Zweck konzipiert worden. Nahezu jedes der elf Stücke könnte man problemlos für eben genannte oder ähnliche TV-Produktionen verwenden. Sie haben stets eine große Portion Sehnsucht und Melancholie inne. Fallen aber dennoch nicht bemerkenswert auf, und der Wiedererkennungswert strebt gegen Null. Da wo früher rockige epische Bogen gespannt wurden, ertönt nun der immer gleich erscheinende balladeske Grundton. Gute Ansätze sind zweifelsohne vorhanden. Wie auf dem rockigen, dann aber ein wenig zu harmlosen „Bullets“ oder dem minimalistisch instrumentierten, traurigen „Paper Cuts“.

Um fair zu bleiben. Vega 4 liefern mit ihrem neuen Silberling keine miserable Leistung ab, und Neuentdecker der Band werden sicherlich auch Sympathien für ihr neues Werk entwickeln können. Aber leider kann „You And Others“ in keiner Weise an das großartige Debüt anknüpfen. Im Vergleich dazu reihen sich hier, anstatt melodischer und hymnischer, mit Überraschungsmomenten gespickter Rocknummern, meist nur durchschnittliche Schmachtballaden aneinander. Sehnsüchtig vermisst man die leidenschaftliche Energie und bombastischen Melodien früherer Tage. Vielleicht war die Pause dann doch ein wenig zu lang und Vega 4 müssen erst wieder auf Betriebstemperatur kommen. Liebhaber von „Satellites“ werden von diesem Album sicherlich enttäuscht sein.

Anspieltipps:

  • Traffic Jam
  • Tearing Me Apart
  • Paper Cuts
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