Nevada Tan - Niemand Hört Dich - Cover
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Nevada Tan Niemand Hört Dich


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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2.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem Medien-Overkill und den voluminösen Verkaufszahlen von den Wahl-Hamburgern Tokio Hotel, schickt Universal eine weitere, überaus junge Band ins Rennen um die Newcomer-Krone und die meisten Schrei-Attacken im Publikum. Sechs Jungen aus Hamburg, allesamt just volljährig geworden, beherrschen zumindest schon jetzt die einschlägigen Teenie-Gazetten und werden auch im Internet schon ohne Rücksicht auf Verluste promotet. Unter dem Namen Nevada Tan werkelte das Sextett zwei Monate im Studio, bis schließlich die erste Single „Revolution“ am 30.03.07 erschien und nun von einem Longplayer gefolgt wird, der die späte Ernte des Crossover-Booms Anfang/Mitte der Neunziger einfahren will und rockige Standards mit Sprechgesang und hymnischen, elektronisch untermalten Parts für die Nachwelt festhält.

Ob die davon allerdings noch hören will, ist mehr als fraglich. Schon jetzt klingt diese Melange aus Rock und Hip Hop altbacken und ist im Falle von Nevada Tan nicht wirklich frisch oder mitreißend umgesetzt. Alle 12 Songs bewegen sich in Standards, die man schon zig Mal gehört hat und nicht nur aufgrund der halbherzigen Gesangparts Leidenschaft vermissen lässt. Da demnächst das neue Werk von Linkin Park erscheint und im Umgang mit Nevada Tan auch immer wieder dieser Name fällt, kann man nur sagen, dass Nevada Tan noch einen weiten Weg vor sich haben, bis sie die Klasse der Kalifornier auch nur im Ansatz streifen.

„Revolution“ eröffnet das Album noch einigermaßen dringlich, auch wenn die melodischen Synthesizer penetrant gen Ohrwurm schielen und der Refrain handzahm in die Richtung von spannungsloser Pop-Musik tendiert. Wenigstens die Gitarren braten nett und kicken, wie man so galant sagt, Arsch bzw. in diesem Fall eher Popo. „Neustart“ hat auch feine Ansätze, die wieder mal in den einprägsamen Gitarrenläufen zu finden sind, doch von den kraftlosen Raps in ein schwach strahlendes Licht gezogen werden. Völlig daneben ist der schlagerhafte Melancholie-Versuch von „Vorbei“, wozu man sich einfach nur noch hinter den Boxen verstecken möchte. Von diesen Bauchlandungen gibt es auf „Niemand Hört Dich“ jedenfalls genug, was besonders durch den schmalbrüstigen Gesang und die pathetisch-naiven Texte begünstigt wird. Die Promo-Maschinerie läuft trotzdem und wird die Teenies wahrscheinlich wieder ausrasten lassen, was man nur als Phänomen abstempeln kann, denn mit dieser größtenteils spannungslosen Platte wäre man vielleicht doch lieber im Proberaum geblieben.

Anspieltipps:

  • Revolution
  • Geht Ab
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5.5/10

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