After Forever - After Forever - Cover
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After Forever After Forever


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem rigorosen Start für alle Symphonic/Bombast/Opern/Gothic – und wie die etlichen Derivate dieses Metal-Subgenres auch heißen mögen – Fans mit dem Therion-Werk „Gothic Kabbalah“ im Jänner diesen Jahres, dürfte die Tendenz nach den schwachen Outputs von Sirenia („Nine destinies and a downfall“) und Tristania („Illumination“) wieder nach oben zeigen. Gut, Within Temptation haben auf „The heart of everything“ (03/2007) zwar versucht ihren klassischen Unterbau zugunsten des Härtegrades ein wenig einzudämmen, doch bereits etwas mehr als ein Monat später präsentieren die Niederländer von After Forever den beinahe perfekten Mix aus hämmernden Flächenbränden, orchestraler Dramatik und divenhafter Eleganz.

Wie auch auf den vorangegangenen Alben, ist auf dem fünften, selbstbetitelten Opus wieder die bezaubernde und betörende Stimme Floor Jansens kein kleiner Mosaikstein, der sich dem Gesamtbild fügt, sondern der lebensnotwendige Sauerstoff, den die 12 Stücke zum Atmen brauchen. Den bombastischen Teil übernimmt das Prager Symphonieorchester und die restlichen After Forever-Mitstreiter, Sander Gommans (Gitarre), Bas Maas (Gitarre), Luuk van Gerven (Bass), Joost van den Broek (Keyboard) und Andre Borgman (Schlagzeug), die der energischen Darbietung ihrer Frontfrau zwar ein wenig hinten nachstehen, aber zumindest mit enormen Druck aus den Boxen fegen, was laut der Band zu einem gewissen Teil an Produzent Gordon Groothedde liegt.

Den Einstieg wählen After Forever bewusst orchestral und erhaben mit „Discord“, bis sich der Song wie auch „Evoke“ zu einer fabelhaften Fusion aus Klassik und Moderne aufschwingt, während „Transitory“ vermehrt auf Keyboard-Klänge setzt und kurzerhand die Bremsschläuche durchschneidet, was in die darauffolgenden Kracher „Energize me“ und „Equally destructive“ gipfelt. Nur „Withering time“ ist zwischendurch etwas überproportioniert ausgefallen, dafür holen die Niederländer mit „De-Energized“ den nächsten verspielten Bombast-Brocken aus dem Ärmel, der in das sehr emotionale „Cry with a smile“ überleitet, das allerdings eine Spur weniger in Elegie schwelgen hätte können.

Das anschließende „Envision“ versucht sich danach als gefühlvoller, wenn auch drauflos preschender Track mit wütenden Drums, wodurch das ruhigere Duett mit Doro Pesch in „Who I am“ ungewollt die Aufmerksamkeit auf sich zieht und mehr langweilt als zu gefallen. Dafür erschaffen After Forever mit dem epischen „Dreamflight“ einen wundervollen Spannungsbogen, der in mehrere Teile gegliedert wurde und die besten Eigenschaften der Holländer durch die Lautsprecher schickt: Intelligentes Songwriting gepaart mit kompromissloser Härte und immer wieder aufblitzender Dramatik. Nach diesem Brocken hat es der Schlusstrack „Empty memories“ natürlich schwer sein Dasein zu rechtfertigen, funktioniert als erneut stark emotionales Hart-Zart-Geplänkel jedoch wunderbar. Und genau durch diese effektvolle Mischung ist „After forever“ ein Must have für jeden Metal-Fan, der auf eine starke Stimme steht und mit ausreichend klassischer Begleitung kein Problem hat.

Anspieltipps:

  • Transitory
  • Dreamflight
  • Energize Me
  • De-Energized
  • Equally Destructive
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