Andrew Bird - Armchair Apocrypha - Cover
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Andrew Bird Armchair Apocrypha


  • Label: Fargo/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Gesamtsound von „Armchair Apocrypha“ ist nicht leicht einzuordnen, das täte einem so komplexen wie malerischen Werk aber auch unrecht.

„Armchair Apocrypha“ ist mittlerweile Andrew Birds zehnter Longplayer, darunter drei Live-Alben. Der aus Chicago stammende Multiinstrumentalist und Lyriker Bird kam bereits im zarten Alter von vier Jahren zur Musik, als ihm sein Vater eine Violine schenkte. Die Violine begleitet Bird noch Heute und sein Spiel besitzt seinen eigenen, anziehenden Charme. Seine ersten Unterrichtsstunden bekam Bird in Suzuki, eine Art japanische Klassik. Später entwickelte sich seine klassische Ausrichtung weiter, wobei sich Birds unkonventionelle Art Violine zu spielen herauskristallisierte. Doch Vieles erlernte er auf eigene Faust, indem er versuchte Gehörtes nachzuspielen. In jungen Jahren bereits entwickelte er dadurch ein Fable für Gypsy Music, Jazz, Country Blues und Indische Klänge. Gitarre, Glockenspiel, Singen und das auf „Armchair Apocryopha“ häufig eingesetzte Pfeifen gehören bis Dato zu Birds musikalischem Repertoir. Zu einem beachtlichen Songwriter ist er ebenfalls gereift.

Auf „Armchair Apocrypha“ geht es teils schwarzhumorig, zynisch zu („Fiery Crash“, „Heretics“), teils kritisch, mit einem Hang aktuelle Missstände aufzudecken, wie z.B. in dem sozialkritischen „Plasticities“. Dabei sind Birds Umschreibungen charmant, lebhaft und bilderreich geschildert. Die musikalische Komponente reicht von beschwingt („Imitosis“) über verspielt („Darkmatter“) bis hin zum Melancholischen („Cataracts“). Birds Songs besitzen zudem eine für ihn typische Eigenständigkeit, die sie aus dem gleichtreibenden Strom von Songs anderer Künstler heraushebt und ihnen einen hohen Wiedererkennungswert verleiht. Dazu sind die träumerischen Kompositionen in ihrer Vielschichtigkeit und Erhabenheit ganz oben in der Liste „großes Songwriting“ anzusiedeln. Gepaart mit Birds tiefgründigen Texten ergibt sich so ein äußerst ansprechendes und anspruchsvolles Bouquet an Songs, wie sie sonst nur schwerlich zu finden sind.

Die Hauptbestandteile auf „Armchair Apocrypha“ Gitarre, Glockenspiel, Violine und Pfeifen sind derart kunst – und liebevoll verknüpft, dass man meint, es handele sich nicht um mehrere, verschiedene Elemente, sondern um ein einziges Instrument. Eine herrliche Symbiose unterschiedlichster Klänge. Auch der Gesamtsound von „Armchair Apocrypha“ ist nicht leicht einzuordnen, das täte einem so komplexen wie malerischen Werk aber auch unrecht. Auf jeden Fall sei das Album jedem empfohlen, der eine Affinität zu poppigem Indie und Folk aufweisen kann oder natürlich Andrew Bird bereits in sein Herz geschlossen hat.

Anspieltipps:

  • Imitosis
  • Plasticities
  • Darkmatter
  • Simple X
  • Scythian Empires
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