Kotipelto - Serenity - Cover
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Kotipelto Serenity


  • Label: AFM/Soulfood
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eins waren Stratovarius die Helden der melodische Metalszene, heute machen sie eher in der Boulevardpresse Rede von sich. Immer wieder gibt es Querelen mit dem Line-Up und Mastermind Timo Tolkki hat ordentlich mit seiner geistigen Gesundheit zu kämpfen. Das einzig erwähnenswerte am letzten Studioalbum war die Kontroverse um einen angeblich rechtsradikalen Song, die aber auch nicht mehr als heiße Luft war. Einer, der die Flagge dennoch weiter hochhält, ist Sänger Timo Kotipelto, der mit seinem bereits dritten Soloalbum vieles besser macht, als seine eigentliche Hauptband. „Serenity“ ist zwar sicher kein Geniestreich, doch dem letzten Stratovarius-Output trotzdem um einiges überlegen.

Gleich der Opener „Once Upon A Time“ ist klassischer Melodic Metal mit pfeilschnellem Doublebass-Getrommel, der schnell seinen Zugang zum Hörer findet. Zudem gibt es nicht nur das obligatorische Gitarrensolo auf die Ohren, auch Timos Strato-Bandkollege Lauri Porra ist mit einer frickligen Bass-Solopassage am Start. Das folgende „Sleep Well“ ist eine typische, leicht kommerziell angehauchte Metal-Single mit stampfenden Midtempo-Riffs und einem hymnischen Refrain. In dieselbe Bresche schlägt der Titelsong „Serenity“, der zwar mit weniger Ohrwurmpotential ausgestattet ist, aber immerhin ein nettes Synthie-Solo zu bieten hat.

Danach geht es solide aber wenig aufregend weiter. Bei Songs wie „City Of Mysteries“ oder „Angels Will Cry“ kann man sich nur schwer dem Eindruck erwehren, dass Timo sein Pulver bereits mit den ersten Songs verschossen hat. Immerhin das ziemlich dämlich betitelte „King Anti-Midas“ gefällt mit seinen rockigen Ansätzen, ebenso wie „Dreams And Reality“. Ganz schnell vergessen sollte man hingegen die Klischee-Ballade „After The Rain“. Dem letzten Song „The Defender“ ist mit seiner Überlänge von acht Minuten nicht gut getan, schließlich langweilt er schon von der ersten Sekunde an. Wie auf dem ganzen Album machen die Musiker und allen voran Timo Kotipelto ihren Job gut, nur ist das Songmaterial einfach nicht stark genug. Trotzdem, für alle, die von den letzten Stratovarius-Werken enttäuscht waren und die Timos Stimme vermissen, ist „Serenity“ der richtige Kauf.

Anspieltipps:

  • Once Upon A Time
  • Carnival Of Rust
  • Dreams And Reality
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