Wilco - A.M. - Cover
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Wilco A.M.


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es mag nicht Jedermanns Sache sein, wenn Wilco zu Banjo und Wild-Western-Geige greifen, aber man kann der Musik ihren eigenen Charme nicht absprechen.

Was macht ein musikalisches Ausnahmetalent wie Jeff Tweedy, wenn sich seine Band Uncle Tupelo einfach auflöst? Richtig! Der Sänger und Gitarrist schart einfach neue Mannen um sich, um mit einer neuen Band ins weite Gefilde der Musikwelt aufzubrechen und dort für Stimmung zu sorgen. Spätestens mit ihrem dritten Album „Summer Teeth“ sind sie als eine Art Pop-Prog-Country-Band bekannt, die dem ein oder anderen Hörer doch zuviel abverlangt. Mit ihrem Debüt aber haben Wilco eine kleine Pop-Country-Perle gezaubert, die weiß, wie man den Charme dieser doch etwas aus der Mode gekommenen Musikrichtung zu neuem Ruhm verhilft.

Die Struktur des Albums ist eigentlich sehr einfach und zugänglich: Man nehme markanten Gitarreneinsatz à la Tweedy, paart diesen mit dem ein oder anderen Streichinstrument und einem eingängigen Hintergrundschlagzeug. Dann setzt man auf das Ganze als letzte Zutat noch Jeff’s Stimme hinzu und fertig ist der Pop-Country-Mix. So ein Album sprudelt jetzt nicht vor Originalität, aber das muss ja auch gar nicht sein. Obwohl sich alle Lieder recht streng an das Countrymuster halten, hat jeder Song seine eigene Note und wenn man sich einen Lieblingstrack heraussuchen wollte, hätte man eine breite Auswahl. Es ist sehr positiv zu bemerken, dass kein Song gegenüber einem anderen das Nachsehen hat. Ob es eine etwas schnellere, kraftvollere Nummer wie „Casino Queen“ ist oder das schmeichelnde „Pick Up The Change“, jeder Song weiß mit seiner Persönlichkeit zu glänzen.

Es mag nicht Jedermanns Sache sein, wenn Wilco zu Banjo und Wild-Western-Geige greifen, aber man kann der Musik ihren eigenen Charme nicht absprechen. Der Pop so wie man ihn ursprünglich erfunden hat sticht in manchen Liedern auch sehr stark hervor und lässt sich dann auch als „gewöhnlich“ einstufen. Im Endeffekt fragt sich der Hörer wohl immer wieder warum er plötzlich anfängt Country zu hören, aber Wilco zeigen auf sehr persönliche und charmante Weise, dass diese Musikrichtung noch lange nicht ausgestorben ist. Wer es schafft, normalerweise verschriene Musik so zu verpacken, dass sie auf einmal jeder gerne hört hat, dem gehört ein kräftiges Lob!

Anspieltipps:

  • I Must Be High
  • Casino Queen
  • Pick Up The Change
  • Should’ve Been In Love
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