Manic Street Preachers - Send Away The Tigers - Cover
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Manic Street Preachers Send Away The Tigers


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Send Away The Tigers“ ist ein relativ raues Rockalbum, das den rebellischen Geist des verschwundenen MSP-Gitarristen Richey James atmet.

Das letzte Studioalbum der Manic Street Preachers („Lifeblood“, 2004) war eine herbe Enttäuschung, ja vielleicht sogar das schwächste Werk in der Geschichte der walisischen Rockband, die sich auf dem von Tony Visconti (David Bowie) produzierten Werk verkrampft und ohne Energie präsentierte. So konnte es für das Trio nicht weitergehen. Das merkten auch die Protagonisten höchstselbst und verordneten sich Kreativurlaub abseits der Band.

Die Masterminds James Dean Bradfield und Nicky Wire nahmen mit „The Great Western“ (07/2006) und „I Killed The Zeitgeist“ (09/2006) gute bis sehr gute Soloalben auf. Was Drummer Sean Moore in der Zeit getrieben hat, ist nicht bekannt. Aber es hat geholfen! Denn als die Drei zwischen März und November 2006 wieder gemeinsam an Songs für das achte MSP-Studioalbum arbeiteten, kam das alte Rock’n’Roll-Feeling zurück und 30 Stücke sprudelten aus den Walisern heraus. Das Ergebnis ist ein Album mit wunderbar knackigen Songs (elf an der Zahl) und nur 38 Minuten Spielzeit. Ein Album, das exakt auf den Punkt bringt, was dem (zu) poppigen Vorgänger fehlte. Welch eine Wiedergeburt!

„Send Away The Tigers“ ist ein relativ raues Rockalbum, das den rebellischen Geist des verschwundenen MSP-Gitarristen Richey James atmet, aber wie schon auf dem 1992er „Generation Terrorists“-Debüt nicht mit eingängigen Hooks und Melodien spart. Vom ersten Moment an sind die neuen Songs als MSP-Kreationen zu erkennen. Gesang und Gitarrensound von James Dean Bradfield sind unverkennbar und die Produktion von Dave Eringa (Idlewild, 3 Colours Red, Haven), Guy Massey (Ocean Colour Scene, The Divine Comedy, Radiohead) und Greg Haver (Catatonia, Mel C., Super Furry Animals) hält sich im Vergleich zum aufdringlichen Tony-Visconti-Sound wunderbar zurück.

Sofort kommt Lust auf, den Lautstärkeregler immer weiter nach rechts zu drehen und eine Rock’n’Roll-Party ohne Experimentier- und Pathos-Alarm zu feiern. Gute Laune steckt eben an und kann sich nur dann richtig entfalten, wenn man sich etwas traut. Und etwas getraut hat sich zum Beispiel James Dean Bradfield, indem er im Intro zu „Autumnsong“ das Gitarrenlick von „Sweet child o´ mine” und in „Winterlovers“ das „Paradise city“-Riff (beides Guns-`N-Roses-Tracks) verwendet. Das geht. Und zwar ohne peinlich zu wirken. Was ebenfalls funktioniert – und auch das ganz prächtig – ist der Gastauftritt der göttlichen Cardigans-Sängerin Nina Persson in „Your love alone is not enough”. Diese Frau – und nur diese – darf in einem Refrain heutzutage noch „la, la, la” singen, ohne dass es einen unangenehm berührt.

„Send Away The Tigers“ ist genau so, wie Rockmusik auch heute noch funktionieren muss. Frei von Schnickschnack und ohne falsche Ansprüche, wird punktgenau, knackig und eingängig gerockt. Nicht mehr und nicht weniger. Trotzdem ist noch nicht klar, was an dieser Platte schöner ist: Die Freude über ein herausragendes, weil herrlich simples Rockalbum oder die Erleichterung, dass die Manic Street Preachers die Kurve bekommen haben und an alte Großtaten anknüpfen.

Anspieltipps:

  • Rendition
  • Indian summer
  • I’m just a Patsy
  • Imperial bodybags
  • Your love alone is not enough
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