Soundtrack - Vollidiot - Cover
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Soundtrack Vollidiot


  • Label: Cinesong/EDEL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tommy Jauds Debüt-Roman „Vollidiot” aus dem Jahr 2004 verkaufte sich bis dato mehr als 800.000 Mal. Eine reife Leistung, die in aller Regel eines nach sich zieht: Eine Aufbereitung für die große Leinewand. Denn nichts verfilmt sich für einheimische Regisseure besser, als luftig-leichte deutsche Popliteratur – siehe Leander Haussmanns starke Umsetzung von „Herr Lehman“ (geschrieben von Element Of Crime Sänger Sven Regener) oder Gregor Schnitzlers sehr passable „Soloalbum“-Version aus der Feder des ehemals führenden Popliteraten Benjamin von Stuckrad-Barre.

Der „Vollidiot“ wird von Regisseur und Drehbuchautor Tobi Baumann („Der Wixxer“) auf die Leinwand gebracht. In der Hauptrolle: TV-Hau-drauf-Comedian Oliver Pocher, der damit seine erste große Rolle spielt, nachdem er in der TV-Serie „Sternenfänger“ als Schauspieler mehr schlecht als recht debütierte. Pocher spielt den Loser Simon Peters, der einem ereignislosen, von Pechsträhnen durchzogenen Leben fristet. Eine Rolle, mit der Pocher durchaus etwas anfangen könnte, war er doch auch in „Sternenfänger“ eher das fünfte Rad am Wagen, das keinen Stich abbekommt. Dass der Film am Ende nicht das Niveau des Buches halten kann, spielte an der Kinokasse keine Rolle. Und Pocher stieg wenig später sogar zum Nachfolger des großen Harald Schmidt auf, der nicht ganz überraschend den Rückzug von seiner Late Night Show ankündigte und mit Oliver Pocher seinen Nachfolger persönlich ins Boot holte.

Der Film wird von einem bunten Soundtrack begleitet, der erstaunlich gut funktioniert. Denn die Mischung aus nationalen Nachwuchskünstlern (Fertig, Los!, Klee, Valeska) und etablierten Stars (Nena, Höhner, Stephan Remmler, Seeed, Die Fantastischen Vier) passt sich musikalisch der lockeren Thematik des Films an. Dabei werden nicht nur bekannte Stücke („Ding“, „Tag am Meer“) verbraten, sonder auch neues Material zum Besten gegeben, das gezielt für den Soundtrack geschrieben wurde. Hervorzuheben ist hier natürlich die locker-flockige Singleauskopplung des Trios Oliver Pocher, Nena und Stephan Remmler, das mit „Ich kann nix dafür“ einen kleinen Hit gelandet hat. Dazu kommt eine modernisierte „Another brick in the wall“-Dance-Version des Pink-Floyd-Klassikers von Eric Prydz sowie allerhand feines Gitarren-Pop- (Klee „Dieser Fehler“, Fertig Los! „Sie ist in mich verliebt“, Nena „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, Lory „Take my time“) und Electro-Pop-Material („Einer muss der Beste sein“, „Les Djinns“) insbesondere von der Familie Remmler (Stephan und Sohnemann Cecil). Das ist am Ende stimmiger als der Film und mit über 70 Minuten Spielzeit und 20 (!) Tracks sogar richtig ergiebig. Ganz klar: Da simmer dabei, dat is prima!

Anspieltipps:

  • Viva Colonia
  • Dieser Fehler
  • Ich kann nix dafür
  • Sie ist in mich verliebt
  • Les Djinns (Trentemöller RMX)
  • Irgendwie, irgendwo, irgendwann
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