Wilco - Being There - Cover
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Wilco Being There


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 78 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wilco halten konstant ihr hohes Niveau, könnten sich aber für das nächste Album ein wenig mehr Zeit lassen.

Wilco sind zurück! Keine zwei Jahre sind in die Lande gezogen und schon beglücken uns Jeff Tweedy samt Gefolgschaft mit neuer Country-Pop-Musik. Der Hörer kann große Augen über die Produktivität der Band machen, denn „Being There“ ist ein Doppelalbum der Band aus Illinois. Dass heutzutage alle Songs auf eine Platte gepasst hätten, übersehen wir einfach mal großzügig. Jetzt stellt sich aber auch gleich die Frage: Hatte Jeff einen Geistesblitz oder hat er schlicht und ergreifend da weitergemacht, wo er mit seinen Mannen auf „A.M.“ angefangen hat? Beides wüsste der Wilco-Fan zu begrüßen. Letzteres ist sicherer und Ersteres interessanter. Sicher ist, dass der Country-Einschlag erhalten bleibt.

Silberling Nummer eins fängt ruhig und verhalten an. Ein paar a-melodische Gitarrenriffs, die irgendwo zwischen Prog-Rock und Krach wandern, sind auch schon alles. Ansonsten schmeichelt ein Klavier der einlullenden Stimme des Sängers. Ein solider Wilco-Track der ruhigen Art, wie man in schon gewohnt ist. „Far, Far Away“ schließt sich da an, auch wenn hier die Countrynote mit einsteigt. Wer jetzt Angst hat, dass dieses Album so verhalten vor sich herplätschert, wird von „Monday“ geradezu erlöst! Ein Country-Rock-Song wie er im Buche steht (oder halt von Wilco dort herein geschrieben wurde) mit herrlichem Ohrwurmrefrain. Da finden sogar Bläser Platz und das ganze Arrangement ist schon viel lebhafter und interessanter, als der ruhige Einstieg des Albums. „Outta Sight (Outta Mind)” und „ I Got You (At The End Of A Century)” sind die restlichen Lieder auf CD1 welche sich mit Fug und Recht Rock nennen können. Beide Songs bestechen durch das gekonnte Zusammenspiel der verschiedenen Elemente aus Country, Pop und Rock. Mit „Hotel Arizona“ kommt gegen Ende der ersten CD noch einmal ein Höhepunkt, welcher noch eine Ecke massenkompatibler als der Rest der Rock-Abteilung ist und trotzdem nichts an Einfallsreichtum verliert. Ansonsten gibt die Platte typische Wilco-Stücke her, die man sich jederzeit anhören kann. Eine Prise Country gemischt mit Pop. Hier ein Klavier und da ein paar Westernstreicher. Alles sehr gefällig, aber die Höhepunkte wurden weiter oben genannt.

Paradoxerweise beginnt der zweite Silberling genau wie der erste. Ein ruhiger Song mit vielen eingebauten „Störgeräuschen“ und Dissonanzen“. Wieder kein Song, der einen jubeln lässt, aber doch noch besser als „Misunderstood“. Alles in allem gibt es nicht wirklich neue Facetten auf der zweiten CD zu entdecken. Jetzt sind die (Musik-)Perlentaucher gefragt! So leicht es ist bei 19 Liedern, viele „nur“ gute Lieder zu finden, hat eine Band wie Wilco immer noch etwas auf Tasche. Ein locker leichtes „Someday Soon“ und die Fortsetzung zu „Outta Sight (Outta Mind)/Outta Mind (Outta Sight)“, welches ebenfalls ein wunderbares Gute-Laune-Stück ist, sind sehr positive Aspekte von „Being There“.

Die richtigen Goldstücke findet man dann am Ende des Werkes. „Why Would You Wanna Live” ein nachdenklicher und eingängiger Song, der so unnachahmlich sanft vorgetragen wird, dass es unmöglich ist dieses Lied nicht zu mögen. Das Finale „Dreamer In My Dreams“ zeigt, dass die Jungs auch reinen Country spielen können. Alles in allem ist „Being There“ keine Offenbarung und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass das Debüt vielseitiger war. Nichtsdestotrotz muss der Hörer nicht auf vereinzelte Perlen verzichten. Wilco halten konstant ihr hohes Niveau, könnten sich aber für das nächste Album ein wenig mehr Zeit lassen. Sie können ja auch ruhig wieder so viele Lieder schreiben und aufnehmen. Bis dahin passen 80 Minuten dann auch auf einen Rohling.

Anspieltipps:

  • Monday
  • Hotel Arizona
  • Outta Mind (Outta Sight)
  • Why Would You Wanna Live
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