Amandine - Solace In Sore Hands - Cover
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Amandine Solace In Sore Hands


  • Label: Fatcat/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nordische Musik. Ob Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark oder Island. Immer wieder beglücken uns unsere nordeuropäischen Nachbarn mit melancholischer Musik, die es vermag eine gewisse Sehnsucht, wie auch eine heitere Traurigkeit in uns auszulösen. Unterschiedlichste Musikstile treffen hier im hohen Norden aufeinander. Von Indie-Pop über Alternativ-Rock bis zu Garage und Folk. Aber trotz der verschiedenartigsten Einflüsse, ist dieser klagend erscheinende Grundtenor in der Musik vieler nordeuropäischen Bands, als gemeinsamer Nenner in ihren Kompositionen auszumachen. Ob die Urgesteine des depressiven Molls „Sigur Ros“, dänischer Pop Marke „Kashmir“ oder die Meister der gezupften norwegischen Gitarren „Washington“. Diese mehr oder minder ausgeprägte melancholische, düstere oder traurige Tonlage ist bei den meisten Musikkapellen wieder zu finden. Ob es an den langen Nächten, den kühlen Tagen oder der geringen Sonnenbestrahlung liegen mag? Wahrscheinlich von all dem ein wenig. Fest steht, dass gerade diese Besonderheit in der Musik, ein Grund für ihre auch hierzulande zunehmende Beliebtheit ist.

Amandine kommen aus Gävle, Schweden. Und mit „Solace In Sore Hands“ erscheint nun ihr zweiter Longplayer. Auch Sänger Olof Gidlöf, John Andersson, Andreas "Bosse" Hedström und Andreas Bergqvist verschreiben sich diesem einzigartigen Soundgefühl des hohen Nordens. Im Frühjahr 2005 spielte die Band (noch in anderer Formation) ihr Debüt „This Is Where Our Hearts Collide“ ein. Damals noch unter dem Bandnamen „Wichita Lineman“, der aber aufgrund einer bereits existierenden deutschen Countryband gleichen Namens, und um mögliche Streitigkeiten zu vermeiden, in Amandine umbenannt wurde. Wie bereits auf ihrem Erstling trifft in „Solace In Sore Hands“ Folk auf dezenten Indi-Rock und minimal gestrickte Arrangements. Jederzeit von der klaren und durchdringenden Stimme von Gidlöf unterstützt. Geschickte Melodien, prächtige Streicher und Piano-Klänge, vereint mit großartig angerichteten Songstrukturen, erwecken hier eine gefühlvolle musikalische Atmosphäre zum Leben.

Da erklingen auf „Faintest of Sparks“ dezente Glockentöne und die Klaviertasten werden scheinbar mit Samthandschuhen angeschlagen. „Chores Of The Heart“ spannt pathetische Melodiebögen und „Soldier Hands“ könnte man getrost als das schwedische Pendant zu Coldplays „Fix You“ bezeichnen. Man ist hochkonzentriert, um ja keinen Klang zu überhören, der aus klagenden Bläsern, gedämpften Pianos und jammernden Akkordeons erklingt. Amandine erzeugen melancholische mit Folkeinflüssen durchzogene, eingängige Popmusik. Conor Oberst hätte „New Morning“ nicht bewegender von sich geben können und Banjo und Streicher verschönern das zeitlos erscheinende „Our Nameless Will“. Angenehme Intimität zieht sich durch jeden einzelnen Ton der elf Kompositionen, und die Songs werden von einer immerwährend scheinenden Melancholie durchzogen.

„Solace In Sore Hands“ tut einfach gut. Und wenn man diesen Reigen an trauriger, hoffnungsvoller und euphorischer Musik überstanden hat, freut man sich schon auf die nächste Gefühlsachterbahn mit der Band aus Gävle, Schweden. Auf nordische Musik. Dort wo man immer wieder mit melancholischer Musik beglückt wird, die es vermag eine gewisse Sehnsucht, wie auch eine heitere Traurigkeit in uns auszulösen. Aber das hatten wir ja schon!

Anspieltipps:

  • Faintest of Sparks
  • Chores of the Heart
  • Soldier's Hands
  • Our Nameless Will
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