Pink Grease - Mechanical Heart - Cover
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Pink Grease Mechanical Heart


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sheffield strikes back, konnte man meinen, als Pink Grease aus eben diesem industriellen Ort in England, im Jahre 2002 die Shows für Ladytron, The Fall oder Peaches eröffneten. Exzentrisch und schillernd machte das Sextett die Bühne zu ihrer unverkennbaren Stärke und ließ den längst vergessenen Glam-Rock-Geist wieder auferstehen, um ihn mit Hang zu Electro und Punk energetisch in die Clubs zu bringen. Anfänglich unter dem wenig ästhetischen Namen The Buttfuckers präsent, landeten sie als Pink Grease im New Yorker Studio von Russell Simins (The Jon Spencer Blues Explosion), wo sie zwei Singles und das Mini-Album „All Over You“ in die Studiodecke betonierten, wenn man so ihren wütenden, aber stilvoll vorgetragenen Sound umschreiben möchte. Im März 2004 erschien das Debüt-Album „This Is For Real“ bei Mute Records, was nun irgendwann einen Nachfolger erhalten soll. Seit Ende 2006 geistern Veröffentlichungstermine für das Zweitwerk „Mechanical Heart“ durch die Musikwelt, doch bis auf kostenlose Downloads als Appetizer und vereinzelte Promo-Aktivitäten gibt es derzeit nichts definitives zu vermelden.

Das soll uns jedoch nicht daran hindern, den von Arthur Baker (New Order) produzierten Longplayer näher unter die Lupe zu nehmen. Gleich der Opener erweist sich als eingängiger, doch auch kantiger Club-Hit, der den rauen Charme von analogen Synthesizern und bratenden Gitarren mit der lieblich aufmischenden Stimme von Rory Lewarne verquickt und sich direkt im Geist verewigt. Eher elektronisch beatlastig als rockig erweist sich „Right With You“ als Disco-Stampfer für die Retro-Welt, bei dem abgehangene Kuhglocken und Handclaps offensiv mit der latent vorhandenen Peinlichkeit aus übertriebener Showgeste und klebrigem Synthie-Ballast umgehen.

Immer wenn sich zackige Gitarren in den Vordergrund kämpfen und LoFi-Keyboardsounds hinter sich lassen, wird es deutlich erträglicher und authentischer, wie das rockige, exaltierte „Separate Us“ zeigt. Rory Lewarne legt sich derart ins Zeug, dass sich seine Vocals nicht gerade selten überschlagen und manisch gen Tanzfläche treiben. So wild und spielerisch, wie sich krachige Sounds über das aufrüttelnde, ansprechende Rock-Schema legen, muss man schon gute Nerven haben, um die Platte am Stück zu konsumieren. Denn die guten, Glam-Rock-Ansätze werden viel zu oft von furchtbar plastischen Synthies durchpflügt und lassen die Qualität mehr und mehr schrumpfen, bis schließlich nur ein verwirrtes, auf zwanghafte Freigeistigkeit getrimmtes Etwas zurückbleibt, das auch vermeintliche Hits in sich vereint, doch als Gesamtwerk zu affektiert ist, um dem schillernden, prägenden Anspruch mit nachvollziehbarer Echtheit gerecht zu werden.

Anspieltipps:

  • Carlights
  • Separate Us
  • Climax Pt. 2
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