Funker Vogt - Aviator - Cover
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Funker Vogt Aviator


  • Label: Synthetic Symphony/SPV
  • Laufzeit: 68 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Funker Vogt haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 mit großer Kontinuität und regelmäßigen Album/EP/Single-Veröffentlichungen bis an die Spitze der europäischen Electro-Szene katapultiert. Ihr unverwechselbarer Sound aus markanten Hooklines, treibenden Beats und der Kriegsthematik in den Texten erfreut sich bei zahlreichen Fans großer Beliebtheit und konnte vor allem seit ihrem Wechsel zu SPV auch den kommerziellen Erfolg sichern. Die letzten Alben „Survivor“ (2002) und „Navigator“ (2005) wurden trotz stagnierender Kreativität zu Kassenschlagern. In bestimmten Szenen bleibt der Schuster halt lieber bei seinen Leisten. Dem gemeinen Musikliebhaber bereitet dies jedoch jede Menge Grübelattacken, wie auch das neue Werk „Aviator“ beweist.

Während Gerrit Thomas den Maschinenpark im Griff hat und Jens Kästel sich in Gröhl-Attacken der entscheidungsunfreudigen Sorte (Singen oder Schreien? Fisch oder Fleisch? Nutella mit dem Löffel oder doch direkt aus dem Glas?) ergibt, bleibt die Überzeugungskraft der Funker in der Selbstkopie stecken. Wenn sich die Beats erheben, die Synthesizer sich hymnisch über den Refrain legen und Jens Kästel (durch Stimm-Effekte erträglich) die übliche Szenerie aus menschlicher Zerstörungswut und daraus resultierender sozialer Tragödie darstellt, wissen einige Elemente zu gefallen und den Schattentanz zu eröffnen. Doch nüchtern unter musikalischen Gesichtspunkten betrachtet, ist das wieder einmal nicht mehr als ein lauer Aufguss der vorangegangenen Funker Vogt-Alben.

Club-Hits wie „City Of Darkness“ sowie „Paralyzed“ funktionieren und werden die Fan-Base verzücken, wobei auch uneingeweihte Szenegänger durch die Energie und den kritischen, wenn auch stark vereinfacht dargestellten Kontext animiert werden dürften. Zielstrebig wie einst die Electronic Body Music (EBM) in den Achtzigern pulsierte und eingängig wie der so genannte Future-Pop wird dem Electro-Jünger neues Material bereitgestellt, das vereinzelt auch mitreißt. Leider sind die typischen Single-Kandidaten schnell verflogen und werden vom restlichen Songmaterial auf den Boden der Tatsachen befördert: Eine Band, die sich mit gutem Recht nicht neu erfinden will und sich daher nicht wundern darf, wenn der Sound irgendwann einfach nur noch Langeweile verbreitet.

Anspieltipps:

  • City Of Darkness
  • Paralyzed
  • Blind Rage
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