Silje Nergaard - Darkness Out Of Blue - Cover
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Silje Nergaard Darkness Out Of Blue


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn das Album auch nicht das Beste ihres musikalischen Schaffens ist, so wird es ihr durch seine Massentauglichkeit sicher viele neue Fans einbringen.

Viele haben es leider schon einmal erlebt, manchmal läuft es in der Beziehung einfach nicht mehr, man lebt sich auseinander und am Ende steht trotz schöner gemeinsamer Zeit nur die Trennung. Dass dies nicht nur bei Paaren sondern auch bei Musikern der Fall ist, zeigt die Trennung von Silje Nergaard und ihrer Begleitband, dem Tord Gustavsen Trio. „Es war Zeit für einen Wechsel und eine Erneuerung“, äußert sich die norwegische Chanteuse zum Split. „Manchmal muss man neue Partnerschaften suchen, um bei sich selbst neue Seiten zum Vorschein zu bringen und Stagnation zu verhindern.“

Musikalisch scheint ihr der Wechsel nicht geschadet zu haben, obwohl die Musik doch nun eindeutig poppiger geworden ist und stellenweise an Mainstream-Jazz à la Katie Melua erinnert. Lockerleicht beginnt das Album mit „Paper Boats“, dass neben Siljes, mit charmantem Akzent vorgetragenen, Gesang nur von einer gezupften Akustikgitarre und einem wunderschön arrangierten Streichorchester begleitet wird. Wesentlich positiver als der Name suggerieren könnte ist der Titelsong „Darkness Out Of Blue“, welcher mit seiner ausgeklügelten Dynamik überzeugt.

Diese Dynamik scheint das ganze Album zu durchziehen. Da gibt es die nachdenkliche Ballade „Who Goes There“, die mit Gastsänger Márcio Faraco Latin-Flair verbreitet oder auch die schnellere Popnummer „When Judy Falls“, die geradezu vor Lebensfreude zu strotzen scheint. Besonders durch die markanten Querflöteneinsätze ist der Song geradezu unverschämt eingängig geworden. Für Jazzpuristen könnte das zuviel des Guten sein, doch gibt es auch Lieder wie „How Are You Gonna Deal With It“, die durch ihren Minimalismus und die etwas sperrigere Melodie eher an die früheren Alben der blonden Jazz-Elfe erinnert.

Dadurch, dass Silje Nergaard auf „Darkness Out Of Blue“ neben Jazz auch solche Folk- und Pop-Elemente mit in ihr Songwriting einbezieht, entwickelt sie ihren Sound weiter, verliert dabei aber nicht von ihrem Anpruch. Wenn das Album auch nicht das beste Werk ihres musikalischen Schaffens ist, so wird es ihr durch seine Massentauglichkeit sicher viele neue Fans einbringen.

Anspieltipps:

  • Darkness Out Of Blue
  • When Judy Falls
  • How Are You Gonna Deal With It
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