The Bird And The Bee - The Bird And The Bee - Cover
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The Bird And The Bee The Bird And The Bee


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Bird and The Bee“ ist ein Electropop-Projekt von Greg Kurstin („The Bird“) und Inara George („The Bee“). Inara George wurde als Tochter des leider recht früh verstorbenen Musikers Lowell George („Little Feet“) reichlich musikalisches Talent in die Wiege gelegt, Greg Kurstin ist studierter Jazzpianist und arbeitete als Musiker und Produzent bereits mit Künstlern wie Beck, Flaming Lips, Lily Allen und den Red Hot Chilli Peppers zusammen. Nach ihrer EP „Again And Again And Again And Again“ veröffentlichen sie nun mit „The Bird And The Bee“ ihr Debütalbum in Deutschland, „Easy Listening“ wäre wohl die treffende Kategorie zur Einordnung ihres Erstlings.

„Again and Again“ klingt wie einer der besseren Songs der elektronischen Helden „Phoenix“ und weist die Richtung, in welcher die folgenden Songs auf durchaus verschlungenen und manchmal auch jazzigen Pfaden wandeln. Zwischen „Leichtigkeit“ und „Seichtigkeit“ liegt allerdings manchmal noch weniger als ein Buchstabe, und dies beweisen „The Bird And The Bee“ ungewollt eindringlich. Zwischen durchaus vorhandenen großen Momenten, die in Liedern wie „Because“ (Stolpernde Breakbeats und lasziver Gesang), der sonnigen Popperle „I Hate Camera“ oder dem unbeschwert jazzenden „LaLaLa“ durchaus zu finden sind, fehlt dem Gesamtwerk etwas, bleibt eine schwer definierbare Leere.

Die Selbstbeschreibung von Kurstin und George führt möglicherweise auf die richtige Spur: „Wie ein futuristisches amerikanisches 60er-Jahre-Filmset in Brasilien“ klingen sie nämlich in ihrer eigenen Wahrnehmung. Eine interessante Formulierung, so interessant, dass niemand danach zu fragen wagt, was uns die Künstler damit eigentlich sagen möchten. So läuft dann auch die Mehrheit der Songs am Hörer vorbei, ohne irgendwelche Fragen zu hinterlassen. „I’m A Broken Heart“ ist eine zu hell geratene „Air“-Kopie, „Preparedness” und „My Fair Lady” pluckern sich frei von jeglichen Höhepunkten durch wenig aufregende Electronic-Landschaften. Hintergrundmusik, die jede gestylte Szene-Bar noch um einiges cooler wirken lassen wird. Nur die Suche nach der Seele in ihrer Musik ist vergebens. Fast. Denn „Sparks“ überrascht zum Abschluss dann doch gewaltig und findet sich, veredelt durch düstere Chöre, irgendwo zwischen Sinead O’Connor und Enya wieder. Oder, um es in verständliche Worte zu fassen, auf einem 90er-Jahre-Filmset von David Lynch.

Anspieltipps:

  • Again And Again
  • La La La
  • I Hate Camera
  • Sparks
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