The Mission - God Is A Bullet - Cover
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The Mission God Is A Bullet


  • Label: Oblivion/SPV
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalisch haben sich die Herrschaften von The Mission über kurz oder lang vom Gothic-Appeal der Sisters Of Mercy, bei denen Fronter Wayne Hussey (Gesang, Gitarre) Mitte der 80er untergekommen war, entfernt, steigen mit dem neuen Werk „God is a bullet“ aber dennoch höchst düster und geheimnisvoll ein. „Still deep waters“ eröffnet den 15 Tracks umfassenden Longplayer in Reminiszenz an die musikalischen Anfänge der Band, das Cover erinnert, abgesehen von den vier skarabäus-ähnlichen Tieren, an das minimalistische, in weiß gehaltene Artwork von „The first chapter“ (1987), das vom Label Chapter 22, bei dem The Mission ihren ersten Vertrag unterschrieben hatten, als eine Compilation aus frühen Singles und diversen Coverversionen veröffentlicht wurde.

Stellt das neunte Werk der Truppe aus Leeds also eine Rückbesinnung dar? Die Antwort darauf gibt die erste Single „Keep it in the family“ mit eingängiger Melodie, abgelegter Düsternis und Formatradio-Ausrichtung. Dafür rocken Mark Gemini Thwaite (Gitarre), Rich Vernon (Bass) und Steve Spring (Schlagzeug) zusammen mit Husseys sensibler Stimme auf den übrigen Tracks durchaus amtlich (eine Ausnahme stellt der in ruhigen Tönen gehaltene Song „Father“ dar) und streuen das eine oder andere Solo ein um dem Anspruch eines Rockalbums gerecht zu werden. Dennoch kommt The Mission nicht daran vorbei, Stücke wie „Blush“ oder „Draped in red“ abzuliefern, die alles in allem (trotz Streichereinsatz) antiquiert klingen oder auf dem über 1 Stunde langen Output Füllmaterial einzustreuen.

Den Fans werden diese Makel egal sein, denn schließlich gibt es neben dem berührenden „Father“, „Chinese burn“ oder „To love & to kill with the very same hand“ einige Songs, die die Trademarks der Band perfekt zusammentragen und in stimmige Stücke packen. Davon abgesehen hat sich Hussey lobenswerterweise mit „God is a bullet“ wieder mehr Gedanken über die Texte gemacht, die auf den letzten Alben ins Hintertreffen geraten waren. So beschäftigt er sich unter anderem mit „Inzest, Grausamkeiten an Tieren, Voyeurismus, Liebe als Sucht und Liebe als Feierlichkeit, Psychotherapie, Krieg gegen Terrorismus und sogar vorzeitigen Samenerguss“, wie der Pressezettel zu berichten weiß. Wenn „Grotesque“ dann abschließend an das düster-melancholische „Garden of delight“ vom Debüt „Gods own medicine“ (1987) erinnert, kann sich der zwischenzeitlich abgesprungene Fan wieder sicher sein, dass mit „God is a bullet“ die Tendenz, wenn auch nur zaghaft, wieder nach oben zeigt.

Anspieltipps:

  • Father
  • Chinese Burn
  • To Love & To Kill With The Very Same Hand
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