Rush - Snakes And Arrows - Cover
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Rush Snakes And Arrows


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 63 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Rush-Album ist da! Ein Ereignis, das für viele Progger weltweit ungefähr mit Weihnachten und Geburtstag an einem Tag gleichzusetzen ist. Die drei Kanadier gehören mit Fug und Recht zu den einflussreichsten Rockbands des Erdballs und sind eigentlich über jeden Zweifel erhaben. Ein schlechtes Album kann die Band gar nicht abliefern, die Frage ist immer nur: Schafft es die Band sich selbst zu übertreffen wie beim Klassiker „Moving Picture“ oder reicht es „nur“ zu einem sehr guten Album, wie dem letzten Output „Vapor Trails“?

Schon der Opener „Far Cry“ macht klar, Rush sind in Höchstform. Nach einem filigranen Intro geht es mit groovigen Riffs los, die einen auch durchaus mal die Rübe schwingen lassen können. Schon mit den ersten Takten macht Neil Peart klar, warum er zur weltweiten Topelite der Schlagzeuger gehört. Endgültig im heimatlichen Rush-Hafen kommt der Hörer mit dem Einsetzen von Geddy Lees einzigartiger Stimme an. Der Fokus liegt diesmal eindeutig auf den Melodien, die eingängig sind wie nie. Auch der warme Klang trägt viel zu der eingängigen Atmosphäre auf „Snakes & Arrows“ bei.

Etwas langsamer geht es mit „Armor And Sword“ weiter, teilweise bewegt man sich hier wie beim tollen Refrain sogar im balladesken Bereich. Dabei gelingt atmosphärisch sogar noch eine Steigerung im Vergleich zum ersten Song und es wird teilweise eine Gänsehaut auf den Hörer gezaubert. Man mag es kaum glauben, aber bei „Workin’ Them Angels“ schalten Rush noch einen Gang hoch. Die Melodien fahren einem durch den ganzen Körper und hinterlassen ein wohliges Gefühl. Alex Lifeson versteht es genial den Song und das gesamte Album mit elektrischen und akustischen Gitarrenklängen zu durchziehen, für jeden Moment hat er den richtigen Sound parat. In „Way The Wind Blows“ darf er sich auch mal so richtig dem Blues hingeben. Dieses Niveau kann man unmöglich auf Dauer halten und so flachen das etwas an R.E.M. erinnernde „Larger Bowl“ sowie „Spindrift“ im Vergleich ein wenig ab. Auf anderen Alben wären dies jedoch absolute Prunkstücke. Das sagt schon alles.

Wirklich gelungen sind vor allem auch die Instrumentalstücke, wie das dynamische „Main Monkey Business“, bei dem die Kanadier alle Register ihres Könnens ziehen. Auch Geddy Lees Quasi-Soloeinlage „Malignant Narcissism“ kommt mit atemberaubenden Slapping-Passagen mehr als cool rüber. Rush sind also wieder da, und eindeutig gekommen um zu bleiben. Trotz ihrer offensichtlichen Eingängigkeit offenbaren alle Songs beim mehrmaligen Hören immer neue Facetten und laden dazu ein, nach dem energetischen Schlusstrack „We Hold On“ die Repeattaste zu drücken. So kann es gerne noch viele Jahre weitergehen.

Anspieltipps:

  • Far Cry
  • Workin’ Them Angels
  • Main Monkey Business
  • Malignant Narcissism
  • We Hold On
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