Gotthard - Domino Effect - Cover
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Gotthard Domino Effect


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sie langsam drohten in Bon-Jovi-Kitschgefilde abzudriften, schafften die Eidgenossen von Gotthard mit ihrem letzten Album „Lipservice“ endlich den Befreiungsschlag. Die nötige Power war zurückgekehrt, die erfolgreichste Band der Schweiz durfte mit Berechtigung wieder ein „Hard“ vor das „Rock“ setzen. Nach einer erfolgreichen Tournee spielten die fünf nicht mehr ganz so jungen Herren die neue Scheibe „Domino Effect“ in gerade einmal anderthalb Monaten ein. Als Produzent fungierte wie gewohnt Gitarrist Leo Leoni.

Gleich das Eröffnungstripple zeigt dann, dass Gotthard noch lange nicht das letzte Wort gesprochen haben. Schnell, hart und mit coolen Gitarrensoli gehen die Songs direkt nach vorne und Sänger Steve Lees Melodien wollen gar nicht mehr aus dem Kopf verschwinden. Mit „Falling“ gibt es eine kleine Verschnaufpause für die Ohren. Neben der Band komplettieren Piano und Streicher die Instrumentierung dieser Halbballade, die zum Ende hin immer intensiver wird. „The Call“ geht in eine ähnliche Richtung, bleibt aber etwas flacher und kann nicht ganz so unter die Haut gehen wie „Falling“.

Nach zwei Balladen geht es mit „The Oscar Goes To…“ wieder etwas flotter weiter, richtig drehen Gotthard aber erst wieder mit „The Cruiser (Judgement Day)“ und „Heal Me“ auf, die exemplarisch für den modernen Sound der Schweizer stehen. Besonders der letztgenannte Songs besticht durch seine entfesselte Gewalt und den furztrockenen Sound. Das beste Lied des Albums ist sicher das dramatische „Letter To A Friend“. Geschickt wechselt die Band hier zwischen verschiedenen Härtegraden und Sänger Steve zeigt mal wieder, dass er einer der besten Sänger des Genres ist und auch mit einem David Coverdale mithalten kann.

Zum Ende hin gibt es ebenfalls keine Aussetzer. „Come Alive“ geht groovigen Rhythmus sofort in die Beine, „Bad The Bone“ lädt eher zum gepflegtem Headbanging ein. Der chillige Ausklang „Where Is Love When It’s Gone“ mit seiner Akkordeon-Begleitung entwickelt sich noch einmal zum absoluten Ohrwurm. Nach 15 Jahren haben es Gotthard noch einmal geschafft und einen neuen Höhepunkt ihres musikalischen Schaffens erreicht und mit „Domino Effect“ eines der besten Alben der Bandgeschichte einzuspielen.

Anspieltipps:

  • Master Of Illusion
  • Falling
  • Letter To A Friend
  • Bad To The Bone
  • Where Is Love When It’s Gone
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