Dimmu Borgir - In Sorte Diaboli - Cover
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Dimmu Borgir In Sorte Diaboli


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Black Metal ist nicht unbedingt ein Genre, das sich durch seine besondere Aufgeschlossenheit auszeichnet. Für viele Corpsepain-Fanatiker ist Black Metal nur dann Black Metal, wenn er quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit zelebriert wird. Immer wenn eine Band dann doch einmal den kommerziellen Durchbruch schafft, gehen die Fans auf die Barrikaden um ihr Ausverkauf und den Verrat an den Idealen des Black Metal vorzuwerfen. Und wirklich, mit irgendwelchen Keller-Gerumpel hat die Musik der sechs norwegischen Jungs von Dimmu Borgir nicht mehr viel zu tun, aber ist das denn so schlimm?. Für ihr letztes reguläres Album „Death Cult Armageddon“ (ein unglaublich poetischer Albumtitel) holten sie sich ein ganzen Symphonieorchester ins Studio und schufen eine nahezu perfekte Melange aus Black Metal und Klassik.

Ganz so gigantisch gehen Dimmu Borgir auf „In Sorte Diaboli“ nicht vor. Die Orchestersounds stammen wieder aus Mustis' Synthesizer, der glasklare Klang und viele melodische Elemente sind geblieben. Gleich der Opener „The Serpentine Offering“ wagt den Spagat hin zum Mainstream. Nach einer Minute Intro macht Drummer Hellhammer seinem Namen alle Ehre und bollert in typischer Borgir-Manier los. Trotz betont bösem Gesang von Frontröchler Shagrath bleibt der Song ziemlich eingängig, die cleane Gesangseinlage von Bassist Vortex gegen Ende geht dann auch wie Butter ins Ohr.

Wesentlich brutaler geht es in „The Chosen Legacy“ und „The Conspiracy Unfolds“ mit Stakkato-Riffing und mehreren Blastbeat-Attacken weiter. Diese gibt es auch bei „The Sacrilegious Scorn“, doch setzt die Band hier eher auf langsamere, atmosphärischere Stellen und auch Vortex darf wieder ran und verleiht dem Song eine bisher unerreichte Eingängigkeit. Das sehr in Richtung Soundtrack gehende Instrumental „The Fallen Arises“ läutet die zweite Albumhälfte ein, die mit „The Sinister Awakening“ und „The Fundamental Alienation“ würdig beginnt, ersteres entwickelt sich mit zum Ende hin eher langsamen Riffs und monumentalen Chören zu einer Art apokalyptischem Groover. Überraschend positiv klingt „The Invaluable Darkness“. Silenoz und Galder dürfen mehr Melodien als sonst aus ihren Gitarren zaubern und mal wieder ist es Vortexs Gesang, der zum Mitpfeifen einlädt. Der Schlusstrack „The Foreshadowing Furnance“ kombiniert dann noch einmal alle Stärken des Albums, welches mit dem letzten Output zu den besten der Band zählen dürfte.

Noch ein paar Worte zum Konzept des Albums, das nicht nur daraus besteht, dass alle Songtitel mit einem „The“ beginnen. Die Texte handeln von einem Mann Gottes, der langsam auf die dunkle Seite gezogen wird und sogar verwandtschaftliche Beziehungen zum Teufel selbst pflegt. Mag jetzt für manch einen schlimm klingen, doch handelt es sich bei Dimmu Borgir wohl um keine Satanisten, sondern um ganz nette Jungs, die einfach nur eine stimmige Geschichte zu ihrer Musik erzählen wollen. Und was zählt am Ende eigentlich mehr als die Musik?

Anspieltipps:

  • The Serpentine Offering
  • The Sacrilegious Scorn
  • The Invaluable Darkness
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