Michael Bublé - Call Me Irresponsible - Cover
Große Ansicht

Michael Bublé Call Me Irresponsible


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon wieder Kanada oder besser gesagt EIN Kanadier. Während im letzten Jahr und in den letzten Monaten unaufhörlich vielversprechende Acts und Künstler aus dem nordamerikanischen Staat zu uns rübergeschwappt sind, hat sich Herr Bublé schon länger ein festes Standbein erarbeitet. Schlicht „Michael Bublé“ (2003) hieß das Major-Debüt, das den 31-Jährigen schlagartig als den Nachfolger Frank Sinatras bekannt machte. Nicht nur durch seine aufgeweckte Art alte Jazz- und Swingstücke neu zu interpretieren, machte er sich einen Namen, sondern ebenfalls durch die energetischen Bühnenshows, die zweifelsohne mit den großen Entertainern der Welt konkurrieren konnten.

Mit dem dritten Album für das Majorlabel Warner, „Call me irresponsible“, baut der aus Vancouver stammende Crooner mit Leichtigkeit seine Stellung im Jazz/Swing-Bereich aus und liefert nebenbei seine „Anmerkung zum Stand der Liebe“, das lose Konzept hinter dem neuen Output. Darauf arbeitete er wieder mit dem 14fachen Grammy Gewinner David Foster (Barbra Streisand, Celine Dion, Josh Groban) und Produzent/Toningenieur Humberto Gatica (Elton John, Destiny´s Child, Michael Jackson) zusammen, die der Scheibe sowohl einen makellosen als auch explosiven Big Band-Sound versetzten, der auf der Höhe der Zeit ist und sich vor niemandem verstecken muss.

Und obwohl Bublé ein weiteres Mal 11 selbst ausgewählten Klassikern unter anderem von Leonard Cohen („I´m your man“), Cy Coleman („The best is yet to come“), Henri Mancini („It had better be tonight“) oder Gamble & Huff („Me & Mrs. Jones“) aus den letzten 70 Jahren Musikgeschichte problemlos mit seiner Stimme neues Leben einhaucht, war er gegenüber „Call me irresponsible“ nach über 10 Millionen verkauften Alben doch ein wenig skeptisch: „Ich war ängstlich, denn ich wusste, dass es noch besser werden musste als die beiden Vorgänger – dass es eine Weiterentwicklung werden musste. Das ist die große Herausforderung. So machte ich mir viele Gedanken um die Songs, stellte das Gerüst des Albums zusammen und dachte lange darüber nach, welche Arrangeure ich engagieren sollte. Ich kam sogar zur Mastering-Session, wo die Künstler selbst nur selten auftauchen. Ich wollte in jeden Aspekt der Produktion involviert werden, denn ich wollte, dass es durch und durch schön wird.“

Das ist ihm zweifellos gelungen, allerdings dürften sich bei den Neufassungen von „Always on my mind“ und „Wonderful tonight“ die Geschmäcker scheiden, da erster dermaßen eng mit Elvis Presley verbunden ist und das Stück aus der Feder von „Slowhand“ Clapton doch einen Tick intensiver und emotionaler in seiner Urfassung rüberkommt. Hier fällt die Entscheidung wahrscheinlich auf die Version, deren Künstler man sich näher fühlt. Ansonsten sind neben ergriffenen Jazz-Balladen und flotten Swing-Perlen noch die zwei Eigenkompositionen „Lost“ und „Everything“ auf „Call me irresponsible“ enthalten, die sich jedoch leider in den seichteren Gewässern des Pop zuhause fühlen und von denen letzterer von niemand geringerem als Bob Rock (Bon Jovi, Metallica, Mötley Crüe, Bryan Adams) produziert wurde. Zum Abschluss serviert uns Bublé noch das feinfühlige und bezaubernde „Dream“ von Johnny Mercer, damit die Herzen der Damen aufgrund der emotionalen Darbietung des Kanadiers vor Glückseligkeit zu schmelzen beginnen. Der Mann versteht eben sein Handwerk.

Anspieltipps:

  • Me And Mrs. Jones
  • Comin´ Home Baby
  • It Had Better Be Tonight
Neue Kritiken im Genre „Swing“
6.5/10

Cicero Sings Sinatra: Live In Hamburg
  • 2015    
Diskutiere über „Michael Bublé“
comments powered by Disqus