Incognito - Bees, Things, Flowers - Cover
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Incognito Bees, Things, Flowers


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unaufgeregter, gefühlvoll-beseelter Durchschnitt.

Zu der Speerspitze einer neuen Bewegung zu gehören, erfordert einiges an Selbstbewusstsein und Umsicht. Beharrt man z.B. in der Musik auf den neuartigen Sound und lässt keinerlei Innovationen einfließen, wodurch die künstlerische Stagnation vorbestimmt wäre, dann könnte aus dem Interesse der Menschen an dem eigenen Stil schnell ein alter, abgetragener Hut werden, der nicht einmal ein Achselzucken wert ist. So geschehen bei Norman Cook alias Fatboy Slim, (neben den Chemical Brothers) Mitbegründer des Big Beat und regelmäßiger Gast in den Charts um die Jahrtausendwende herum. Wo andere nach einiger Zeit den Breaks und Beats abschworen und sich anderen Stilen zuwanden, hielt der Brite eisern an seinen Songformeln fest und versuchte mit der Greatest Hits-Compilation „Why try harder“ (06/2007) Schadensbegrenzung zu betreiben.

Auch das Musiker-Kollektiv rund um Jean-Paul „Bluey“ Maunick hat es zur Zeit schwer. Anfänglich mit einer Fusion aus Jazz und Funk plus einer markanten, souligen Stimme hinterm Mikro höchst erfolgreich und angesehen, müssen sich Incognito mehr denn je anstrengen um überhaupt aufzufallen, geschweige denn an alte Erfolge anzuknüpfen, denn weder das letzte Album „Eleven“ (2005), noch die Veröffentlichung von „Bees + things + flowers“ letztes Jahr in Großbritannien brachte große Wellen der Euphorie mit sich. Bei dem nun auch hierzulande beim Hamburger Label Edel erscheinenden Longplayer handelt es sich um eine Mischung aus Coversongs, alten Stücken im neuen Gewand, sowie drei neuen Tracks („Raise“, „Crave“, „You are golden“).

Das Verblüffende daran ist die Tatsache, dass genau die drei Kompositionen, die „Bluey“ für Album Nummer 14 zusammengeschustert hat, die spannendsten auf „Bees + things + flowers“ sind. „Raise“ verzückt mit einen aufgeweckten Drum&Bass-Schlagzeug im Hintergrund, während „You are golden“ die rotweingetränkte Soulnummer ist, die bekannt klingt, aber doch neu ist. Das restliche Material, das sich auf minimale Strukturen reduziert, im Akustikmantel präsentiert, trällert ziemlich unaufgeregt vor sich hin, was sogleich im Opener „Everybody loves the sunshine“ (im Original von Roy Ayers) zur bitteren und langatmigen Gewissheit wird. Würden sich auf dem neuesten Incognito-Output nicht wieder solch fabelhafte Soul-Organe wie Maysa, Jocelyn Brown oder Tony Momrelle tummeln, die bereits aus früheren Produktionen bekannt sein dürften, das Kollektiv hätte das nächste, äußerst schwache Werk in Folge abgeliefert. So heben sie sich zumindest gefühlvoll und beseelt auf den Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Raise
  • You Are Golden
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