The Bishops - The Bishops - Cover
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The Bishops The Bishops


  • Label: Weekender Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Beatlemania. Der erster Gedanke: Hab ich die Reunion von Paul, Ringo, John und George verschlafen? Dieses Ereignis bleibt aber aus uns bekannten Unständen spätestens bis zur Erfindung der Zeitmaschine ein Ding der Unmöglichkeit. Aber es ist schon erstaunlich wie die Zwillingsbrüder Mike und Pete Bishop zusammen mit Schlagmeister Chris McConville auf ihrem Debütalbum das Kunststück vollbringen, einen dermaßen beatlesken 60er Jahre Sound wiederauferstehen zu lassen. Weniger überraschend jedoch, wenn man sich vor Ohren führt, dass ihr Erstling in den heiligen Hallen der „Toe-Rag-Studios“ aufgenommen wurde. Zusammen mit Produzenten-Guru Liam Watson (u.a. The Kills, The White Stripes) arbeitete man während den Aufnahmen ausschließlich mit Original-Equipment aus der Zeit vor 1963.

„Menace About Town“ markiert den beschwingten Start in eine musikalische Zeitreise durch die Rock N’Roll Geschichte der Beatles-Ära. Rhythmisch und melodiös rocken die Bishops drauf los. Das eingängige und putz muntere „The Only Place I Can Look Is Down“ swingt unbeschwert umher und wenn das catchige „High“ mit seinen akustischen Gitarren durch die Gehörgänge fegt, fühlt man sich diesem besonderen Rockspirit vergangener Tage auf einen Trommelschlag wieder ganz nahe. „Will You Ever Come Back Again“ könnte sich getrost unter den Reigen der tollen Songs auf dem Fab Four Meilenstein „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ schmuggeln.

Aber gerade diese Parallelen werden den Bishops im weiteren Verlauf des Albums zum Verhängnis. Denn dort wo die Beatles noch innovativ und experimentierfreudig daherkamen, beschränken sich ihre „Nachfolger“ auf die mit zunehmender Spielzeit immer gleich klingender Grundmuster des guten alten Rock N’ Rolls. Bereits kurz nach der Albumhalbzeit wartet man dann vergebens auf neue schöpferische Ideen und es überkommt einen das Gefühl die nun folgenden Songs bereits zehn Minuten zuvor in der selben Art und Weise gehört zu haben. Lediglich der Closer „Carousel“ sticht mit einer schmissigen Melodie und unverblümten Refrain aus denen dann zu einem musikalischen Einheitsbrei mutierten Midtempo-Pop-Rock Nummern hervor.

Beatles, Kinks und Stones. Die Bishops bedienen sich reichhaltig am Erbe der Größten. Aber was zu Beginn der Platte noch vergnügt und munter die Beinregion aktiviert und zum huldigen mitwippen einlädt, verliert dann zusehend seinen Reiz. Und so bleibt das Debüt der Band leider nicht allzu lange im Gedächtnis haften und kommt über den Status einer netten unspektakulären Feierabendsberieselung nicht hinaus.

Anspieltipps:

  • Menace About Town
  • So High
  • Carousel
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