Lady Saw - Walk Out - Cover
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Lady Saw Walk Out


  • Label: VPR/Groove Attack
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Lady Saw, auch bekannt als Dancehall’s First Lady, haut uns ihr achtes Studioalbum „Walk Out“ mit einer gewaltigen Ladung Soul um die Ohren. Ja, ihr Lovers und Haters dort draußen, ihr habt richtig gelesen. Die First Lady des Dancehalls begeistert in sechs von 14 Songs mit einer herausragenden souligen Stimme und seichten Beats. Schön eingebettet, zwischen den knallharten Beats der Dancehall-Songs, finden sich sanfte Balladen, ernste Themen und jazzige Rhythmen wieder, die Lady Saws Musikleidenschaft noch weiter vertiefen.

Doch auf einem Album von Marion Hall, so Lady Saw mit bürgerlichem Namen, darf natürlich eine gesunde Portion Dancehall und Reggae auch nicht fehlen. Die Sängerin, Deejay, Produzentin und Songwriterin geht dem Wunsch nach und präsentiert gleich zu Beginn des Albums einen gelungenen Opener („Hello Lady Saw“) in Reggaeton-Manier. Anschließend geht es mit den Streettracks „Big Up“ und „Me And My Crew“ („My crew push the hottest ride…mi and mi friends have the hottest guys. We make dem know wah name bing...introduce them to finer things..”) mit tiefem Beat in die Straßen von Afrika und löst sich in dem wundervollen „Choose Me“ in eine leichte Ballade auf. Es folgt Lady Saws soulige Stimme, die geschmeidig in das persönliche „No Less Than A Woman“ übergeht und das Thema der Unfruchtbarkeit behandelt („Not having a child does not make me no less than a woman / Cause I’ve got so much love to give / So much unwanted kids / Say all you want about me / Try to ruin mi reputation / I still got so much love to give.“). Saw, Mutter von drei adoptierten Kindern, spricht hier offen über ihre Gefühle.

Das von Sly & Robbie produzierte „World Prettiest“ („I’m not the worlds prettiest but I turned out fine...I wasn’t born with pretty face and I don’t have a super model shape...but I’m beautiful so I walk with grace“) könnte inhaltlich mühelos mit Christina Aguileras „I Am Beautiful“ verglichen werden, doch Lady Saw meistert das Thema des Selbstvertrauens von Frauen mit deutlich mehr Soul in der Stimme. Es geht weiter mit zwei wundervollen Liebessongs, die mit einer ruhigen und sinnlichen Melodie neben Trompeteneinlagen und Jazz-Elementen, zu den besten Songs des Albums zählen. Doch bevor die Lady das Tempo wieder steigert, gibt Saw uns noch eine Frauen-Anthem („Walk Out“) mit auf den Weg. Natürlich ist dieser Song auch sehr persönlich, da sich Marion Hall mit ihrer Musik in einem von Männer-beherrschendem Genre aufhält.

Zum Abschluss dreht die Dancehall Queen wieder richtig auf und präsentiert mit „Chat To Mit Back“, „It’s Like That“ und „Power Of The Pum“ gute Riddims und geniale Hooks. Der Refrain von dem Song „Like It“ hätte gesanglich genauso gut von Sängerin Kelis sein können und bietet Dancehall vom Feinsten. Das Abschlusslicht bildet „Stray Dogs“, das zwar nichts Herausragendes, aber trotzdem mit einer Helden-Hymne à la Fluch der Karibik durchaus hörenswert ist.

Insgesamt sticht Lady Saw mit ihren ruhigen und souligen Songs mehr hervor, als mit den Dancehalltracks. Wer Soul, R&B und Dancehall liebt, wird einen angenehmen Hörgenuss empfinden. Wer allerdings ein komplettes Dancehall-Album erwartet, sollte besser die Finger von „Walk Out“ lassen. Denn mit ihrer vorerst letzten LP für VP Records spaziert Lady Saw scheinbar lässig aus ihrem bisherigen Musikgenre heraus und verbindet gute Riddims mit purem Soul. Respect!

Anspieltipps

  • No Less Than A Woman
  • World Prettiest
  • You Need Me
  • Walk Out
  • Like It
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