The White Stripes - The White Stripes - Cover
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The White Stripes The White Stripes


  • Label: XL Recordings
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Gestatten: Jack und Meg White. Fernab von den verrücktesten Geschichten um ihre Biographien verbirgt sich etwas, was so manch einer gern vergisst: Die beiden machen Musik und nachdem sie sich in der Musikszene Detroits gut geschlagen hatten wurde es Zeit den LoFi-Rock der Marke „White Stripes“ auf die Öffentlichkeit loszulassen. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass die zwei es geschafft haben. Keiner der Beiden ist nun wirklich ein Virtuose an seinem Instrument, aber Spielfreude, die richtigen Vorbilder und ein Gehör für tolle Melodien (seien sie manchmal auch noch so trashig) machten die White Stripes zu dem, was sie heute sind. Auf ihrem Debüt zeigen Jack und Meg wie sehr sie sich das „LoFi“ vor dem Rock verdienen und wandern auf dem schmalen Grat zwischen Indie und Müll. Das Ergebnis lässt sich nur etappenweise erklären (und bewerten).

Egal welcher Song auf „White Stripes“ angespielt wird, die vor sich hin schrammelnde Gitarre, das Rauschen der Aufnahmen und ein dumpf krachendes Schlagzeug fehlen so gut wie nie. Die berühmten Drei-Akkord-Folgen finden bei den White Stripes ein herrlich eingerichtetes zu Hause, denn hier lebt noch der einfache, schnörkellose Rock in seiner Naturform. Bevor man aber zu schnell über die LP urteilen kann überrascht einen der Song „The Big Three Killed My Baby“, welches mit Blueselementen und gut intoniertem Gesang wirklich zu gefallen weiß. Es finden sich also noch andere Akzente, als der verschroben einfache, aber (oder deshalb) sympathische Rock der Whites. Überhaupt versucht sich Jack an sehr vielen Stilen. Da kommt mal die Akustikgitarre („Sugar Never Tasted So Good“) oder beinahe melodramatisch intonierter Gesang („One More Cup Of Coffee“). Letzteres ist eine der wirklich starken Nummern, weil es eine dichte Atmosphäre erzeugt.

Den Großteil des Albums machen aber ohne Frage die einfachen Rocknummern aus, welche mit wenigen Akkorden und schnellen Drums alleine überleben können. Zu deutsch: Diese Platte lässt sich bei Krach/LoFi-Rock-Fans problemlos auflegen. Man wird immer seinen Spaß mit dem leicht verdaulichen und trotzdem markanten Gitarrenrock haben. Zwischendrin beglückt uns das Whitegespann immer wieder mit Ausflügen in fremde musikalische Gefilde. Als Schmankerl sozusagen. Trotz der fragwürdigen (Ton-)Qualität der Songs ist dies sicher ein recht gelungenes Debüt, was dann ja auch sehr ansprechende Nachfolger fand. So ungefähr begann die legende von Jack und Meg White, auch wenn der Rezensent frecherweise ach so viele Legenden unerwähnt lässt.

Anspieltipps:

  • The Big Three Killed My Baby
  • Broken Bricks
  • One More Cup Of Coffee
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