Guns N´ Roses - Use Your Illusion II - Cover
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Guns N´ Roses Use Your Illusion II


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der zweite Teil des letzten großen Hardrock-Albums der Neunziger Jahre zeigt deutlich, dass sich Guns N’ Roses seit ihrem Debütalbum „Appetite For Destruction“ weiterentwickelt hatten. Ein Song wie „Civil War“ ist da exemplarisch. Dutzende von Spuren, Überlänge und die hymnische Melodie machen ihn zu einem Sinnbild der „Use Your Illusion“-Ära der Gunners, die vor allem durch ihre epischen Songs gekennzeichnet ist. „Estranged“ geht ebenfalls in diese Richtung und lebt vor allem durch Slashs wunderbare Gitarrensoli. Nicht ganz so gelungen ist die allseits bekannte Bob Dylan-Coverversion „Knockin’ On Heaven’s Door“, die zwar irgendwie Spaß macht und auch eine gute Live-Nummer ist, aber ein wenig den Anspruch der anderen Songs vermissen lässt.

Bodenständiger geht es bei „14 Years“ zu. Bei dieser Nummer darf Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin ans Mikro und setzt sich in dem deutlich von den Rolling Stones beeinflussten Songs mit der langjährigen Freundschaft zwischen ihm und Sänger Axl Rose auseinander, die bald nach den Aufnahmen ironischerweise enden sollte. Doch nicht nur Izzy sondern auch Bassist Duff McKagan kommt mal dran. Bei „So Fine“ übernimmt er den Löwenanteil des Gesangs, einen überzeugenden Eindruck macht er dabei aber nicht. Er hätte wohl dich lieber beim Saiten-Malträtieren bleiben sollen. Der Song selber zählt ebenfalls eher zu den weniger glanzvollen Nummern der Scheibe.

Zu denen gehört ganz bestimmt auch „Get In The Ring“, in dem die Band mit diversen Musikjournalisten abrechnet. Das Lied an sich mag vielleicht noch als halbwegs in Ordnung gehen, aber der Text ist wirklich unter aller Kanone. Hier wird auf dermaßen pubertärem Niveau mit Schimpfwörtern um sich geworfen, dass sich einfach zeigt, wie wenig Axl damals mit Kritik umgehen konnte. Weiterhin ist die zweite „Don’t Cry“ Fassung (Numero uno steht auf „Use Your Illusion I“) wohl so unnötig wie ein Kropf, bis auf den Text wurde rein gar nichts verändert. Und bei dem abschließenden Crossover-Versuch „My World“ handelt es sich nicht um viel mehr als musikalischen Dünnschiss.

Zum Glück gibt es dafür eine Vielzahl von gelungenen Rockern. „Breakdown“ und „Shot Gun Blues“ machen einfach nur alles richtig, „Pretty Tied Up“ kriegt durch Slash Outro einen leicht orientalischen Touch. Die beste schnelle Nummer ist aber eindeutig dass treibende „You Could Be Mine“, bei dem vor allem Matt Sorum an den Drums brilliert. Trotzdem ist die zweite „UYI“-Platte ob des vermehrten Füllmaterials die schlechtere. Hätte man die besten Tracks beider Teile zusammengefügt, wahrscheinlich wäre eine der besten Platten der Rockgeschichte dabei herausgekommen, so sind es immerhin noch zwei sehr gute geworden.

Anspieltipps:

  • Civil War
  • Pretty Tied Up
  • Estranged
  • You Could Be Mine
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