Mediaeval Baebes - Mirabilis - Cover
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Mediaeval Baebes Mirabilis


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sieben Damen bilden die 1996 gegründete Mittelalter-Formation Mediaeval Baebes, welche aus reinem Spaß von den Freundinnen ins Leben gerufen wurde und unter dem Flagschiff von Virgin Records das Debüt „Salva Nos“ in die englischen Klassik-Charts katapultierte. Erfolgreiche Tourneen folgten ebenso wie der neue Label-Partner Nettwerk, mit dem sich die Band um Katharine Blake durch weitere Alben in der Mittelalter/Klassik-Szene einen beachtlichen Namen machte.

Trotz des schwierigen Kontextes aus diversen (auch historischen) Sprachen und einer verklärt mystischen Traumtänzer-Musik, für die man schon ein starkes Faible besitzen muss, ist es der hauptberuflich als Buch-Autorin, Kinderpsychologin und Managerin arbeitenden Damen-Clique gelungen, zumindest in England die Massen für sich zu begeistern. So seltsam wie das erste Konzert, wo die Mediaeval Baebes in weißen Roben und mit Efeukronen als Kopfschmuck auf einem Friedhof in London spielten, mutet auch das neue Werk „Mirabilis“ an, das sich einem nur schwer erschließt, dann aber doch zu beachtlicher Größe heranwächst.

Während der Auftakt „Star Of The Sea“ mit bedächtigem Tribal-Drumming und Flötenspiel märchenhaft in die Ohren dringt, fragt man sich noch, wie diese allzu liebliche Musik in Verbindung mit den Engelsstimmen in einer Stunde Gesamtspieldauer genügend Spannung verbreiten soll, um den geneigten Hörer an sich zu binden. Mit der Zeit und vor allem der Bereitschaft, sich ganz auf weltoffene Folklore und beschwörende Songstrukturen, denen die glockenhelle Gesänge einen süßlichen Beigeschmack geben, einzulassen, entfalten die Stücke auf „Mirabilis“ eine große Anziehungskraft.

Von vielen Gastmusikern reichhaltig instrumentiert, doch nie zu pathetisch offenbart das von ihrem alten Manager als New Yorker Mädchen-Straßengang bezeichnete Septett eine ausgefeilte Reise in längst vergessene Epochen, denen im schnelllebigem, multimedialen Heute eine sonderbare, doch überaus beruhigend atmosphärische Dichte anhaftet, die nichts mit staubtrockenen Geschichtsbüchern zu tun hat und doch vertonte Geschichte ist. Die Mediaeval Baebes verfolgen ihren romantischen Weg weiter und können dank dieser Platte erneut bei ihrer Fan-Base punkten, so dass ihnen vielleicht auch in der breiten Öffentlichkeit zumindest ein Achtungserfolg widerfährt. Verdient haben sie es.

Anspieltipps:

  • All For Love Of One
  • Musa Venit Carmine
  • Umlahi
  • Märk Hur Var Skugga
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