The Fall Of Troy - Manipulator - Cover
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The Fall Of Troy Manipulator


  • Label: Equal Vision/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„The fall of troy“ (11/2003) hatte bereits mehrere großartige Tracks zu bieten, doch erst „Doppelgänger” (08/2005) war von einer derartigen Genialität und originellen Mosaiksteinchen durchsetzt, dass alleine aufgrund des technischen Anspruchs den der Dreier rund um Thomas Erak (Gesang, Gitarre), Timothy Ward (Gesang, Bass) und Andrew Forsman (Schlagzeug) anzubieten hatte, nur offene Münder und verdutzte Gesichter zurückblieben, sowie die großartigste Hardcore-Platte, seit At The Drive-In „Relationship of command“ (09/2000) veröffentlicht hatte. Das Resultat waren monatelange Rotationen im CD-Laufwerk der heimischen Anlage um der verschachtelten und aggressionsgeladenen Wucht, die aus den Boxen strömte, erst einmal Herr zu werden.

Nun ist es Zeit für den Nachfolger, der noch wesentlich experimentierfreudiger ans Werk geht als „Doppelgänger“. „Manipulator“ heißt die brachiale Attacke, die uns The Fall Of Troy dieses Mal anbieten, die sofort mit „Cut down all the trees and name the streets after them“ druckvoll und verspielt aus den Lautsprechern krabbelt, allerdings wider Erwarten etwas verhalten loslegt. Haben TFOT etwa einen Gang zurückgeschaltet und verzichten darauf sich wie die Axt im Wald zu verhalten? Nichts da! Bereits die letzten Atemzüge des Openers deuten darauf hin, dass der Dreier keineswegs verlernt hat nach vor zu stürmen und alles mitzureißen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Dennoch gibt es im Gegensatz zur hereinbrechenden Urgewalt, die der Vorgänger repräsentierte, deutlich mehr Freiraum für progressive Spielereien und sich ruhig ausbreitende Klangflächen, was in „Quarter past“ besonders deutlich wird. Herausstechend sind auch die Stücke „Oh! The casino!?”, das einen deutlichen Weezer-Einschlag mit auf den Weg bekommen hat und der vorletzte Track “Caught up“, der lediglich von Erak an der Gitarre eingespielt sowie –gesungen wurde und die Ruhe vor dem Sturm namens „A man a plan a canal Panama“ (übrigens ein sogenanntes Palindrom und somit von vorne und hinten zu lesen) darstellt.

Das bei den restlichen Songs jedoch nicht alles beim Alten geblieben ist und die aus Mukilteo, Washington stammende Truppe gar nicht erst daran gedacht hat, Aufgewärmtes anzubieten, erklärt sich mit den hierfür beispielhaften Stücken „Semi-Fiction“, „Seattlantis“ (kann man den Hörer besser an der Nase herum führen?), „Ex-Creations“ oder „Shhh!!! If you´re quiet, I´ll show you a dinosaur“ wie von selbst. Der Überraschungseffekt, der sich aus der famosen, tückischen Gitarrenarbeit und den unerbittlich hereinpreschenden, hakenschlagenden Drums zusammengesetzt hat, bleibt zwar aus, wird aber wohlwollend als prägendes Markenzeichen anerkannt.

„We want to destroy everyone´s vision of what our band is in order to be able to do what we want, but not define ourselves so we can stay progressive and stay new” erklärt Bandleader Erak und wer sich das abschließende, über acht Minuten lange Progrock-Hardcore-Monster „A man a plan a canal Panama“ anhört, weiß das für die Jungs noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, sondern „Manipulator“ der erste Schritt in Richtung Selbstverwirklichung dreier abgedrehter Köpfe ist. Und das finden wir auch ganz gut so.

Anspieltipps:

  • Seattlantis
  • Quarter Past
  • Ex-Creations
  • Semi-Fiction
  • A Man A Plan A Canal Panama
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