Pain - Psalms Of Extinction - Cover
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Pain Psalms Of Extinction


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Peter Tätgren bereits mit Hypocrisy seit der Gründung 1990 so gut wie jedes Jahr neue Scheiben auf den Markt wirft, fragt man sich wie der Typ eigentlich noch Zeit findet ein gleichermaßen ehrgeiziges Projekt wie Pain nebenbei laufen zu lassen und damit ebenfalls für Aufsehen zu sorgen. Denn obwohl das zweite Steckenpferd des Schweden nicht im Death Metal, sondern vorwiegend im elektronischen Lager des Industrial beheimatet ist, sind die Outputs der Formation keineswegs rein auf diesen Stil zugeschnitten und dürften auch den einen oder anderen Hypocrisy-Fan zum Headbangen anregen.

Mit der neuen Scheibe „Psalms of extinction“ beweist Tätgren einmal mehr sein Gespür für das richtige Maß an Kommerz und Kompromisslosigkeit gepaart mit dem richtigen Schuss Melodie und Härte, denn obwohl „Save your prayers“ einen heftigen Einstand liefert, tauchen „Nailed to the ground“, „Psalms of extinction“, „Clouds of ecstasy“ (für die Tanzwütigen unter uns) oder „Does it really matter“ (mit keineswegs nervigem Klaviergeklimper) kurzerhand in chartkompatible Gewässer ab, was der Platte allerdings einen angenehmen Ausgleich zu den restlichen Kompositionen liefert.

Besonders auffällig ist das Cover von Björks „Play dead“, das auf dem 1993 erschienenen „Debut“ der Isländerin enthalten ist, da es sich durch einen wesentlich opulenteren Streichereinsatz auszeichnet. Mit „Computer god“ prangert Tätgren die digitale Revolution an, ob eine derartige Schelte („Computer god is the enemy“) für jemanden, der sich im Gebiet der elektronischen Musik als Institution etablieren will, sinnvoll ist, wage ich allerdings zu bezweifeln. Dennoch stampft der Track mit gehörigem Druck aus den Boxen, bis er vom längsten Stück „Just think again“, das mit düsterem Gothic-Touch aufwartet, abgelöst wird.

Als abschließendes Dreierpack lässt der Schwede den Knaller „Walking on glass“ mit treibendem Beat und einer knallharten Rhythmusabteilung unbeirrt aus den Boxen hämmern, welcher in das gesetztere „Bottle´s nest“, das seinen Schwerpunkt auf schwere Gitarrenriffs setzt, mündet, damit sich der aggressive Schlussstrich „Bitch“ voll entfalten kann, der auf Deutsch gut und gerne von Rammstein stammen hätte können. Alles in allem überzeugt Tätgren mit einer ausgewogenen Mischung und zeigt damit, dass seine Aussage „Musik bedeutet mir alles. Ich habe wegen ihr zwei Scheidungen erlebt, aber trotz allem ist sie das wichtigste Element meines Lebens“ keine leere Phrasendrescherei ist.

Anspieltipps:

  • Bitch
  • Play Dead
  • Zombie Slam
  • Walking On Glass
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