Revolverheld - Chaostheorie - Cover
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Revolverheld Chaostheorie


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim nächsten Mal wird mehr Mut zur Lücke erwartet!

Dass Revolverheld einmal in einer Reihe mit BRAVO-kompatiblen Rockbands wie Tokio Hotel, Killerpilze, Nevada Tan und wie sie alle heißen stehen würden, haben sich die fünf Hamburger vor zwei Jahren höchstwahrscheinlich nicht träumen lassen. Es darf auch leise bezweifelt werden, ob sich die Band wirklich wohlfühlt, wenn sie mit oben genannten Kinderspielgruppen in einen Topf geworfen wird. Fest steht allerdings, dass sich der Support des Teenie-Blattes ausgezahlt und in über 160.000 verkauften Exemplaren ihres Debütalbums niedergeschlagen hat.

Dieses enthielt in der Tat eine Hand voll überdurchschnittlicher Songs, was sich in vier Singleauskopplungen, von denen drei die deutschen Top 20 erreichten, und zahlreichen Live-Auftritten widerspiegelte. Dass bei alldem Erfolg und Stress auch noch ein neues Album geschrieben und aufgenommen werden musste, lässt vielleicht erahnen, warum häufig vom schweren zweiten Album die Rede ist. Dem vorbeugend haben Revolverheld auf Experimente vollständig verzichtet und ihren gut wiedererkennbaren Sound beibehalten. Es darf also weiterhin gerockt werden – hauptsächlich im Midtempo („Gegen die Zeit“) oder mal mit richtig Dampf unter der Haube („Patient in meiner Psychiatrie “) – und der (Power-)Balladenanteil kommt auch nicht zu kurz („Unsterblich, „Unzertrennlich“, „Längst verloren“). Risikofaktor null!

Dass die Band auf „Chaostheorie“ nichts riskiert, darf man den jungen Musiken sicher nicht vorwerfen. Etwas spannender hätte das Album dennoch ausfallen dürfen. Denn neben zwei potenziellen Singlehits („Ich werd’ die Welt verändern“, „Hallo Welt“) und solidem Songwriting, findet sich nicht viel, was Anlass zu gesteigerter Euphorie geben könnte. So sind Seitenhiebe auf Casting-Acts längst total alte Hüte („Superstars“) und Stadionrockhymnen wie „Nichts bereuen“ auch schon origineller vorgetragen worden. Mit ihrer „Chaostheorie“ werden sich Revolverheld sicher am Markt etablieren können. Und wer weiß, vielleicht sieht der geheime Masterplan auch genau das vor. Akzeptiert. Beim nächsten Mal wird aber mehr Mut zur Lücke erwartet, sonst hält die Liebe zu Revolverheld nicht „Bis in die Ewigkeit“ – um den Schlusstrack zu zitieren.

Anspieltipps:

  • Hallo Welt
  • Unsterblich
  • Du explodierst
  • Ich werd’ die Welt verändern
  • Wir könnten die Größten sein
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