Sioen - A Potion - Cover
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Sioen A Potion


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der belgische Songschreiber Frederik Sioen legt mit „A Potion” bereits seinen dritten Longplayer vor, nachdem er im Jahr 2000 seine Solokarriere startete. Die beiden vorangegangenen Werke („See You Naked“, 2003 und „Ease Your Mind“, 2005) ergattern in Sions Heimat jeweils eine Goldauszeichnung und bescherten dem Musiker einen Zamu Award, was soviel wie der belgische Musik Oscar ist. Die 12 neuen Songs wurden im Brüsseler Jet Studio aufgenommen und in Eigenregie von Sioen und seiner Band produziert. In Belgien ist die Platte bereits seit Anfang April auf dem Markt und erfreut sich wie gehabt großer Beliebtheit. Das ist insofern verwunderlich, da Frederik Sioen keine Musik für den Mainstream macht, sondern leicht jazzigen, chansonartigen Art-Pop.

Mit der Instrumentierung gehen die Belgier (neben Bandleader Sioen sind dies Sjang Coenen am Bass, Jeroen Baerts an der Geige, Fritz Sundermann an der Gitarre und Laurens Smagghe am Schlagzeug) relativ sparsam um. Oft hört man nur Herrn Sioen und sein Piano, zu dem sich wie kleine Regentropfen Drums, Geigen, Gitarren und Bass gesellen, ohne dass sich diese getrauen, zu stark in den Vordergrund zu drängen. Diesen Platz nimmt die schon Stimme von Frederik Sioen ein, der mit behutsam vorgetragenen Texten, verpackt in bittersüße Melodien, zum Nachdenken anregt. Der gute Herr ist nämlich politisch recht aktiv und gehört z.B. neben Tom Barman von der Band dEUS zu den Initiatoren der „Concerts for Tolerance against Racism“, die in drei Städten mehr als 100.000 Besucher zählen konnten.

Dieses Engagement hat stark auf die Texte und die Musik des 27-Jährigen abgefärbt, so dass „A Potion“ zu einem ziemlich düsteren Werk mit bitteren Stücken wie „Suicidal sunset“ und „So lonely“ geworden ist. Und auch wenn sich die schrägen Töne der Vorgängeralben heuer in Grenzen halten, blinken auch auf „A Potion“ hin und wieder kleine ungeschliffene Dissonanz-Diamanten hervor wie „I play a song for you“, die Frederik Sioen in den Rang des belgischen Tom Waits erheben. Das hat schon was!

Anspieltipps:

  • I need a drug
  • Communicate
  • Suicidal sunset
  • No conspiracy at all
  • What I fail to understand
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