The White Stripes - Icky Thump - Cover
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The White Stripes Icky Thump


  • Label: XL Recordings
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Meg und Jack White vor zwei Jahren auf „Get Behind Me Satan“ nur knapp zufriedenstellende Kost ablieferten, die Kritiker gewiss mehr erfreute als die Fans der vorangegangenen Alben „Elephant“ (2003) und „White Blood Cells“ (2002), kehrt das in Rot und Weiß gewandete Duo aus Detroit mit seinem sechsten Longplayer „Icky Thump“ nun zu vertrauter Form und Stärke zurück.

Schon im titelgebenden Opener (dabei gab es früher nie Titelsongs bei den White Stripes, die darüber hinaus ihre berühmte Farbästhetik auf ein Minimum reduziert haben) windet sich ein geniales Riffknäuel wie ein soeben aus dem Wasser gezogener Zitteraal durch die Boxen, dass es eine wahre Freude ist. Damit ist schon nach Sekunden klar, dass der auf „Get Behind Me Satan“ (2005) in den LoFi-Kosmos eingekehrte Avantgarde-Rock wieder passé ist und gegen rücksichtslos bollernde Drums und von Led Zeppelin inspirierte Gitarrenriffs eingetauscht wurde.

Doch selbst wenn es noch so scheppert und knirscht, die Zeiten haben sich geändert und die White Stripes sind keine Garagenrockband mehr, die mit pulsierenden Riffattacken Wände einreißen will. Anders ist es nicht zu erklären, dass in einem Song wie „You don’t know what love is (You just do as you’re told)” aus fiependen Gitarren und 70er-Jahre-Orgelklängen eine hitverdächtige Melodie geschält wird, die Konzerthallen in Hüpfburgen verwandeln dürfte. Doch der Hörer sollte sich nicht auf eine falsche Fährte führen lassen. Denn gerade wenn er von „300 m.p.h. torrential outpour blues“ so richtig schön eingelullt wird, stanzen Meg und Jack wie von Sinnen eine krawallige Wall of Sound in die Landschaft, dass der Oberforstrat vor Schreck vom Hochsitz rutscht.

Dass es die White Stripes ihren Hören wie schon die Queens Of The Stone Age auf ihrer aktuellen Platte nicht einfach machen und ein formelhaftes Album abliefern (etwas Pop gejagt von Blues und Hardrock), spricht für sie. Sie erstaunen mit Folk-Elementen und dem Einsatz eines Dudelsacks (!) in „Prickly thorn, but sweetly worn“ und „St. Andrew (This battle is in the air)“ sowie mit kongenialem Simpel-Bluesrock, der von einem witzigen Dialog zwischen Meg und Jack zusammengehalten wird („Rag and bone“). Das ist nach einem Geniestreich wie „Seven nation army“, den „Icky Thump“ nicht bieten kann, zwar nicht sensationell, aber immer noch ziemlich stark.

Anspieltipps:

  • Icky thump
  • Bone broke
  • Rag and bone
  • A martyr for my love for you
  • You don’t know what love is (You just do as you’re told)
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