Mumm-Ra - These Things Move In Threes - Cover
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Mumm-Ra These Things Move In Threes


  • Label: Red Ink/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Düstere Legenden. Ganze sieben Jahre hat es gedauert bis zum Debüt der Band aus dem englischen Bexhill-On-Sea. Eine Zeit geprägt von unheimlichen Erlebnissen und Mythen, die wahrscheinlich nicht einmal Ozzy Osbourne in seiner gefühlten 150-jährigen Schaffenszeit so erlebt hat. Man hört von einem Mädchen, das sich während eines Live-Gigs das Leben nehmen wollte. Da gibt es Bandmitglieder, die bei einem Auftritt von lebensbedrohlichen Stromschlägen traktiert worden sind. Man erzählt sich vom nebulösen Verschwinden eines Sitarspielers, der seit seinem Ausstieg aus der Band nie wieder gesehen oder gehört ward. Und nicht zu vergessen die Inhaftierung des ehemaligen Keyboarders, welcher mit Hilfe einer Spielzeugpistole eine Tankstelle ausrauben wollte.

Ganz schön viel Tobak um eine Band, die bis dato noch nicht eine einzige Langspielplatte unters Volk gebracht hat. Man könne meinen, all diese Geschichten sind nicht ohne Hintergedanken in Umlauf gelangt. Denn die Erfolgsformel vieler Künstler ist simpel: Schaffst Du es in die Klatschspalten von meinungsmachenden Musikzeitschriften (z.B. NME), dann steigt der Bekanntheitsgrad und die neue Platte mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Platz 1 der Charts.

Mumm-Ra liefern mit „These Things Move In Threes“ ein außergewöhnlich reifes Debüt ab. Mit dem Quintett um Sänger James ‘Noo’ New, präsentiert sich nun endlich eine Band von der Insel, die nicht nach dem Schema Franz Ferdinand, Arctic Monkeys oder Coldplay funktioniert. Mumm-Ra schreiben Lieder voller psychedelischer Eleganz, die gemischt mit Alt-Rock-Elementen eine sehr eigene, epische Atmosphäre schafft. „Now Or Never“ ist eine melodisch hymnische Fallgrube. Erst mal rein getreten, scheint es schier unmöglich dieser ungemein einprägenden Post-Rock Melodie zu entkommen. Die stets klare Stimme von Sänger ‘Noo’ peitscht zusammen mit dem kraftvollen Gitarrenspiel des Refrains, „Out Of The Question“ bis fast ans Limit und auch der mit einer leicht verschrobenen Gitarrenakrobatik ausgestattete Titeltrack überzeugt durch den Wechsel von ruhigen und wuchtigeren Passagen.

Britischer, punkiger und rauer geht es auf „Song B“ zur Sache und das poppig wuchernde und absolut sommertaugliche „She’s Got You High“ rockt genauso eindringlich vor sich hin, wie das an Muse erinnernde, abgehobene und epische„Sick Deal. Das traumhafte akustische „Light Up This Room“ gehört ebenso wie das dichte und orchestrale Bombaststück „Down Down Down“ zu den absoluten Sternstunden der Platte und man ist doch sehr erstaunt über die musikalische Souveränität, mit der Mum-Ra auf ihrem Erstlingswerk zur Sache gehen.

Stories über versuchten Suizid, gefährliche Elektroschocks, bewaffnete und undurchdachte Raubzüge oder das mysteriöse „Sich in Luft auflösen“ ehemaliger Musikerkollegen. Interessant sind diese Geschichten allemal. Aber festzuhalten ist: Mumm-Ra überzeugen mit Ihrer Musik. „These Things Move In Threes“ ist ein sich festbeißendes Rockalbum, das mit einer gehörigen Portion Psychedelic-Pop und einer erhabenen Anmut zu den beachtlichsten, besten und eindrucksvollsten Debüts des Jahres 2007 gezählt werden muss.

Anspieltipps:

  • Now Or Never
  • Light Up This Room
  • Down Down Down
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