Wilco - Sky Blue Sky - Cover
Große Ansicht

Wilco Sky Blue Sky


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie haben nicht nur ihr rundestes Album geschaffen, nein, vielleicht sogar ihr bestes.

„Maybe the sun will shine today“. Mit diesen Worten beginnt Wilcos sechstes Studioalbum „Sky Blue Sky”. Symptomatisch und die perfekte Wortwahl zugleich, was Jeff Tweedy da singt. Schon das schöne Cover lässt erahnen, was hier zu hören ist: „The clouds will blow away“. Für „Sly Blue Sky“ ist die gleiche Besetzung an Bord wie bei „A Ghost Is Born“, ungewöhnlich für Tweedys Verhältnisse. Doch dieser Funken Beständigkeit tut gut, denn gleich vorweg: Wilco klingen runder und ausgefeilter als je zuvor.

„Either way“ lässt beim geneigten Hörer leichte Kost erwarten, nicht wie bei „A Ghost Is Born“, bei dem Störgeräusche zu überwinden waren, die einen eher verwirrenden als entspannenden Eindruck erzeugten. Ganz anders kommt „Sky Blue Sky“ daher: Klare Arrangements und die strahlende Stimme Jeff Tweedys bescheren einen entspannenden aber nie vorhersehbaren Hörgenuss. Die Band hält die Spannungskurve von Anfang an hoch, Hits vermisst man zunächst, doch das schmerzt nicht, denn das Album ist voller subtiler Songperlen wie das gar bezaubernde „Impossible Germany“ oder „Please be patient with me“, das irgendwie an „First day of my life“ von Conor Oberst erinnert, aber trotzdem oder gerade deshalb eine gute Figur macht.

„Oh, I didn’t die / I should be satisfied / I survived / That's good enough for now” ist die zentrale Aussgae des Titelstücks „Sky Blue Sky”. Und diese Zeilen kommen aus dem Herzen von Jeff Tweedy, der noch bis vor kurzem unter Depressionen und Tablettensucht litt. Umso bewundernswerter ist seine Leistung auf der neuen Platte zu beurteilen, denn Wilco machen keinen einzigen Fehler, die Spannungskurve bleibt stetig hoch und es gibt unglaubliche Schönheit und Zerbrechlichkeit im Überfluss zu entdecken. Ihre Wurzeln haben Wilco dabei nicht vergessen. Typische Country-Stilmittel waren und sind ein enorm wichtiger Bestandteil ihrer Musik. Seien es die Television Gitarren im Schlussteil von „Impossible Germany“ oder das ganz im Country-Stil geprägte „Walken“. Der Band gelingt es diesen starken Einfluss mit ihrer Musik zu verschmelzen, so dass er zu keiner Zeit als störend auffällt: Vielmehr macht er die Musik von Wilco vielschichtig und interessant.

Doch es wird noch besser! Mit „What light“ erreicht das Album seinen Klimax und klingt dann mit „On and on and on“ wunderschön aus. „Please don’t cry we’re designed to die / Don’t deny what’s inside / On and on and on we’ll stay together yeah” – der letzte Satz dieses Zitats sollte das Leitmotiv für Wilco in den nächsten Jahren sein. Denn sie haben nicht nur ihr rundestes Album geschaffen, nein, vielleicht sogar ihr bestes.

Anspieltipps:

  • Either Way
  • Impossible Germany
  • Please Be Patient with Me
  • What Light
Neue Kritiken im Genre „Country-Pop“
7/10

Schmilco
  • 2016    
Diskutiere über „Wilco“
comments powered by Disqus