The Kissaway Trail - The Kissaway Trail - Cover
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The Kissaway Trail The Kissaway Trail


  • Label: Cooperative/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

So wie auch The Polyphonic Spree, I Am From Barcelona oder Grandaddy spielen The Kissaway Trail verdientermaßen in der obersten Liga des hymnischen Indie-Pops mit.

April April. Diesmal ohne Scherz! Draußen hat schmuddeliges Regenwetter die Oberhand gewonnen. Man hat absolut keine Lust auch nur den kleinsten Gedanken an das Öffnen der sich auf dem Schreibtisch stapelnden Rechnungen und Mahnungen zu verschwenden. Und ein Blick in den mit Vakuum voll gestopften Kühlschrank lassen aufkeimende Gedanken, eine durch Frust motivierte Nahrungsaufnahme zu vollziehen, sofort im Keim ersticken. Also was tun? Es fehlt der gewisse Impuls, der den „Froh-Sein-Schalter“ im Kopf umlegt und ein penetrantes Lächeln ins Gesicht meißelt. Und dabei liegt die Lösung doch so nah und hört auf den Namen The Kissaway Trail.

Das aus dem idyllischen Odense in Dänemark stammende Quintett ist in seiner Heimat schon längst keine musikalische Unbekannte mehr. Und die Chancen auch außerhalb Skandinaviens einen ähnlichen Bekanntheitsgrad zu erlangen, dürften mit der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debüts rapide ansteigen. Denn die elf Songs der Platte strahlen so hell und intensiv wie die Birnen einer auf maximale Leistung hochgedrehten Sonnenbank.

Eine pompös erklingende Kirchenorgel bereitet den imposanten Einstieg in das Erstlingswerk der fünf Dänen und der animierende Chor auf „Forever Turned Out To Be, Too Long“ lässt das Herz im Dreieck springen. Die bombastischen, epischen Arrangements und der mehrstimmige Gesang von The Kissaway Trail prickeln fast beschämend genial im Ohr. Wie bei der orchestralen von Streichern getragenen himmlischen Melodie auf „Smother + Evil = Hurt“ oder dem molligen Refrain von „It's Close up Far Away“. Die Songs vermitteln eine unbändig zu scheinende Kraft, die sich schließlich in traumhaften mitreißenden Wohlklängen entlädt. Ein Banjo, Gewehrsalvenartige Drums und gefühlte 50 Bandmitglieder reizen den Spaßfaktor auf „61“ bis aufs letzte aus.

„Sometimes I'm Always Black“ überzeugt durch eine ungewohnt düsterer Bassline und seine zwar melancholische, aber stets wohlige Klangästhetik. „Alcohol And Medicine Won’t Work“ heißt es auf „Bleeding Hearts“. Und das braucht es auch nicht, wenn die Musik auch ohne die Verwendung von Drogen, einen solch tiefsinnigen und glücklich machenden Rausch herbeiführen kann. „Lala-Chöre“, eine flirrende Orgel, massive Hintergrundbeschallung, Schlagzeugwirbeleien und die stets klare und eindringliche Stimme von Sänger Thomas L. Fagerlund. Das sind die betörenden Zutaten der vor Liebe strotzenden Kompositionen einer bewegenden, wie auch selig stimmenden Platte.

So wie auch Polyphonic Spree, I Am From Barcelona oder Grandaddy spielen The Kissaway Trail verdientermaßen in der obersten Liga des hymnischen Indie-Pops und ihre tolle Musik lässt das miese Aprilwetter und jegliche Sorgen vergessen machen und man beginnt sich bereits jetzt auf baldige, Sonnen geflutete Sommertage zu freuen.

Anspieltipps:

  • Forever Turned Out To Be, Too Long
  • It's Close up Far Away
  • La La Song
  • Bleeding Hearts
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