Runrig - Everything You See - Cover
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Runrig Everything You See


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Everything You See“ ist ein weiterer Meilenstein aus dem Hause von Runrig!

Es ist schon ein kleines Phänomen, wie sich das schottische Sextett Runrig seit 34 Jahren mit großer Leidenschaft dem keltisch inspirierten Rock/Pop widmet und dabei intensive Sehnsucht in eingängige Arrangements verpackt Album für Album (mittlerweile bei Nr. 13 angelangt) überdurchschnittlich gut vermittelt. Runrig spielen in ihrer eigenen Liga und neigen erfreulicherweise nicht dazu ihren Status zu verwalten, sondern stattdessen nach Veränderung zu streben, die sich im unverkennbaren, typischen Runrig-Kosmos dreht und wendet, ohne den Pfad der Authentizität zu verlassen. Nach dem letzten Werk „Proterra“ aus 2003 und der Live-DVD „Day Of Days“ ein Jahr später ist es nun wieder Zeit, die anstehende Tour mit einem Album einzuleiten, dass insgesamt rockiger als „Proterra“ ausfällt, doch sich immer wieder auf die weit tragende Melancholie und epische Dramatik einlässt.

Die Brüder Rory sowie Calum MacDonald sind die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder, die nach dem Abgang von Sänger Donnie Munro seit 1998 mit dem ebenso charismatischen Vokalisten Bruce Guthro einen Ersatz gefunden haben, der diese Bezeichnung längst nicht mehr verdient. Voller Inbrunst gibt er sich den Arrangements aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und dem folkigen Part aus Flöten, Dudelsack sowie atmosphärischen Keyboard/Orgel-Einsätzen hin, um am Mikrofon zeitweise von Brian Hurren und dem Brüderpaar abgelöst zu werden. Das macht die Angelegenheit abwechslungsreich und unterstützt die vielseitigen, von Pop über Rock bis hin zu keltischen Traditionals reichenden Songs, die während der gesamten Spieldauer das Herz erreichen, um dort zu verweilen.

Man nehme die beschwingte Hymne „Year Of The Flood“ (mit entzückenden Gitarrenakzenten und drängelnden Orgel-Sounds), das folkig-rockige, dennoch mystische „Road Trip“, der feierwütige Gute-Laune-Song „Clash Of The Ash“ und schließlich die leidenschaftliche, mit voller Hingabe inszenierte Power-Ballade „The Ocean Road“. Spätestens nach dem Genuss dieser vier Tracks sollte das Verlangen nach mehr entfacht worden sein, ist es doch erst der Anfang einer hinten raus ruhiger, aber nochmals eindringlicher werdenden Platte, die immer mehr zu bieten hat und trotz der im Pop/Rock angesiedelten, omnipräsenten Eingängigkeit keine Abnutzungserscheinungen erkennen lässt. Die traditionellen, in gälischer Sprache gesungenen „An Dealachadh“ sowie „Sona“ leben von ihrer markanten Mystik und zauberhaftem Fernweh, das in Form der drei, den Longplayer beschließenden fulminanten Balladen nochmals auf die Spitze getrieben wird. Als Fazit kann man es gar nicht oft genug sagen: „Everything You See“ ist ein weiterer Meilenstein aus dem schottischen Hause von Runrig!

Anspieltipps:

  • Road Trip
  • The Ocean Road
  • Sona
  • And The Accordions Played
  • In Scandinavia
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