Royseven - The Art Of Insincerity - Cover
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Royseven The Art Of Insincerity


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Oho, eine neue Band aus Irland! Da horcht der interessierte Musikfan aber ganz genau hin. Denn von der grünen Insel kommt bekanntlich nur sehr selten schlechte Musik. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Aber genug der Phrasen. Mit „Royseven“ liegt nämlich ein ganz spezieller Fall vor, der sicher zu Diskussionen führen wird.

Eher unrelevant ist, dass Sänger, Songwriter und Gitarrist Paul Walsh in der Biographie ausführlich von der Band The Doors schwärmt („Ich habe mir keine Platten gekauft bis ich 12 Jahre alt war. Dann habe ich zwei Pfund in ein Doors-Bootleg investiert. Jim Morrison und The Doors haben mir die Augen für Musik geöffnet, die interessante Melodien mit inspirierenden und herausfordernden Texten verknüpft“). Das sollten wir ganz schnell wieder vergessen, denn es lockt auf eine komplett falsche Fährte. Ein Doors-Einfluss ist auf dem Royseven-Debüt jedenfalls nicht herauszuhören.

Stattdessen schmeißen die Jungs alles in einen Topf, was in Sachen gefühlsduseliger Musik im UK Erfolg hat. So ziehen sich Spuren von Muse („In your bedroom“), Travis („Roy“), Coldplay („Older“) und ganz besonders Keane („Happy ever afters“) durch alle elf Songs auf „The Art Of Insincerity“. Das geht so weit, dass die Grenzen komplett verschwimmen und keinerlei Unterschiede mehr zu den genannten Gruppen erkennbar sind. Eine derartig geringe Individualität ist nicht nur verblüffend, sie kann dem Hörer auch die Freude an Royseven vermiesen. Wer steht schon auf Klone?

Dabei sind bestimmte Songs einzeln betrachtet gar nicht übel, auch wenn die Kompositionen in der Regel vor Harmlosigkeit strotzen. Mit „Roy“, „I’m revived“, „Older“ und „Crash“ gibt es sogar ein paar echte Perlen auf der Scheibe. Dennoch könnte das ganze Album am Stück für den einen oder anderen etwas anstrengend sein. Denn auf „The Art Of Insincerity“ wird ganz schwer gelitten. Will heißen, die Songs werden beherrscht von Verzweiflung, Melancholie und Traurigkeit. Da kann es den Hörer schon mal selbst in den Schwermut treiben, wenn Paul Walsh zu Streicher- und Pianoklängen jammert und klagt. Aber wer das bei Bands wie Keane mag, dem könnte auch die Royseven-Betaversion gefallen.

Anspieltipps:

  • Roy
  • Crash
  • Older
  • I’m revived
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